Dr. Alexander Mann am Herzstück seiner Praxis: dem ersten MRT in Grünwald.

Ein von Schmerzen geplagter Patient geht in der Grünwalder Praxis nach einer ersten Untersuchung wenige Schritte zum MRT und weiß so schon kurze Zeit später, was für eine Verbesserung zu tun ist. In der orthopädischen Praxis von Dr. Alexander Mann in Grünwald ist dies Alltag.

„Wenn du heute ein Problem hast, dann will ich als behandelnder Arzt auch heute wissen, was los ist – und direkt therapieren können“, unterstreicht der Orthopäde. Andernorts bedeutet die Aussage „da brauchen wir ein MRT“ neben der belastenden Unklarheit vor allem eines: warten – erst auf einen Termin beim Radiologen, dann auf den Befund. Bis Klarheit herrscht, vergehen schnell mehrere Wochen. Genau diese Lücke wollte Dr. Mann schließen.

Erst der Sport, dann die Medizin

Der Weg zur umfassend ausgestatteten eigenen Praxis begann nicht im universitären Hörsaal, sondern im Eiskanal. Alexander Mann war Leistungssportler und startete 2010 bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver im Viererbob. Parallel studierte er Sport- und Trainingswissenschaft und arbeitete jahrelang als Trainer. Erst danach folgten Medizinstudium und Facharztausbildung in Orthopädie und Unfallchirurgie.

Das prägt bis heute die Arbeitsweise in seiner Praxis. Aus der Trainingswissenschaft stammt die Überzeugung, dass Patientinnen und Patienten aktiv mitwirken müssen – Bewegung gehört bei Dr. Mann zur Therapie, nicht zur Nachsorge. „Du bist ein Mensch, du musst dich bewegen“, bringt er es auf den Punkt.

Und der Sport hat ihm etwas gelehrt, das für einen Praxisinhaber mindestens so wertvoll ist wie medizinisches Wissen: Gelassenheit. „Wenn ich mir bei jeder Fahrt hätte überlegen müssen, ob ich da jetzt runterfahre, dann wäre das schlecht gewesen“, sagt er. „Du musst auch mal außerhalb deiner Komfortzone arbeiten wollen. Sonst bleibst du auf der Stelle.“

Heimat: Grünwald

Grünwald ist für die Familie seit zwei Jahrzehnten Zuhause: Hier sind die Kinder aufgewachsen, auch die Großeltern sind vor Ort. „Diese Nähe macht vieles möglich“, sagt Dr. Mann. Seine Ehefrau ist ebenfalls in der Praxis tätig und hält diese organisatorisch zusammen – ein Familienunternehmen im besten Sinne.

Alles an einem Ort


Das MRT im Mittelpunkt: Dr. Mann in seiner Praxis.

Fortgeführt wurde bei der Praxisübernahme im Jahr 2025 wenig. Das Gebäude wurde entkernt, die Ausstattung ersetzt, die IT erneuert – vom Glasfaser-Anschluss bis zum digitalen Röntgengerät, von klimatisierten Räumen, papierlosen Abläufen und der KI-gestützten Telefonannahme. Herzstück des neuen Konzepts ist das MRT, das bislang einzige in Grünwald, offen für Privatpatienten.

Für Dr. Mann war der Aufbau eigener umfassender Diagnostik von Anfang an Priorität. In seiner Ausbildung befundete er unzählige MRT-Bilder; heute schaut er als Erster auf die Aufnahmen und behandelt direkt, während ein Radiologe innerhalb von 24 Stunden den schriftlichen Zweitbefund liefert. „Der Orthopäde schaut anders drauf als der Radiologe. Optimal ist, wenn beide begutachten.“

Die größte Hürde bei der Inbetriebnahme lag dabei nicht im Behandlungszimmer: Die Trafostation des Gebäudes war am Limit, für ein MRT reichte der Strom nicht aus. Eine neue Station musste her – dieser Umstand verzögerte das Projekt um rund ein Jahr.

Ein Partner, der mitzieht

Für eine Investition dieser Größenordnung braucht es einen Partner, der das Konzept dahinter versteht. Über einen Kontakt in der Familie kam die Verbindung zur Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg zustande – und zu Katrin Wimmer, die dort das Kompetenzcenter Heilberufe leitet.


Das Ehepaar Mann mit Katrin Wimmer, Leiterin Kompetenzcenter Heilberufe der Kreissparkasse (rechts), in der Praxis in Grünwald.

Überzeugt hat sie nicht die erwartete Rendite, sondern die eigene Idee dahinter. „Das MRT ist der Schlüssel“, sagt Wimmer, „weil es genau den Fortschritt ermöglicht, um den es geht: die Diagnostik. Wir haben das gehört und gesagt: Das wollen wir begleiten.“ Umgesetzt wurde die Finanzierung unter anderem über einen Innovationskredit, den die Kreissparkasse gemeinsam mit der LfA Förderbank Bayern auf den Weg brachte.

Bei Medizintechnik gilt ein eigener Maßstab. „Die Finanzierungsdauer muss zur Lebensdauer des Geräts passen“, erklärt Wimmer. „Eine Immobilie ist nach dreißig Jahren abbezahlt. Ein MRT in acht bis zehn.“ Deshalb prüft ihr Team nicht nur Zahlen: „Nur über die eigene Neugier kann man eine Geschäftsidee und das Konzept dahinter wirklich verstehen.“

Nähe als Prinzip

Die Zusammenarbeit beschreiben beide Seiten mit denselben Worten: herzlich, zuverlässig, unkompliziert. Rückfragen werden geklärt, wenn sie auftauchen, nicht eine Woche später. Nach den Erfolgsfaktoren gefragt, nennen beide dieselben vier: Kommunikation, Nähe, Ehrlichkeit, Vertrauen. „Wir haben einen sehr guten Finanzpartner“, sagt Dr. Mann.

Blick nach vorn

Inzwischen läuft die Praxis, ein Stück Routine darf einkehren. Ideen gibt es trotzdem reichlich: „Da haben wir noch Potenzial, in Grünwald etwas Großes zu schaffen.“

Mehrere Kredite, dreizehn Angestellte, ein Umbau: Dr. Mann spricht über die damit verbundene Verantwortung ohne Sorge. „Mir macht das nichts aus. Weil ich weiß, was wir können.“ Dass er das so sagen kann, hat auch mit der Kreissparkasse zu tun. Ohne ihre Zusage zum MRT wäre aus dem Vorhaben eine solide Praxisübernahme geworden – aber nicht das Konzept, das die Praxis heute trägt.

Auch bei der Kreissparkasse denkt man langfristig: Existenzgründung, Investitionen, Vermögensaufbau, irgendwann die eigene Nachfolge – im besten Fall begleitet das Kompetenzcenter Heilberufe seine Kunden über dreißig Jahre. „Es ist schön zu sehen, dass es Ärztinnen und Ärzte gibt, die diesen Weg in die Selbstständigkeit gehen“, sagt Katrin Wimmer. „Und wir freuen uns, dass wir zu so einer tollen Praxis und einem tollen Team als Kunden gekommen sind.“