Kreissparkasse und LBS stellen regionale Analyse vor

Das wieder etwas günstigere Zinsniveau und die gesunkenen Preise für gebrauchte Wohnimmobilien haben im vergangenen Jahr auch im Raum Starnberg für eine Belebung des Marktes von Bestandsimmobilien gesorgt. Nach dem rasanten Anstieg der Zinsen vor knapp drei Jahren und dem folgenden Preisabfall habe nun die Erholung des Wohnimmobilienmarktes begonnen, erklärten Vertreter der Kreisparkasse und der LBS Süd bei einem gemeinsamen Pressegespräch im Juli in Starnberg. Bauspardarlehen sind in der Region stark gefragt.

Eigenheim wieder gefragter – Preisrückgang im Bestand gestoppt

„Gerade junge Menschen streben wieder verstärkt nach den eigenen vier Wänden. Laut DSGV-Vermögensbarometer plant aktuell mehr als jeder Zweite im Alter zwischen 20 und 29 Jahren den Kauf einer Immobilie. Im Durchschnitt über alle Altersklassen hinweg planen 39 Prozent der Menschen in Deutschland den Erwerb eines eigenen Zuhauses. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr“, sagte Erwin Bumberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBS Landesbausparkasse Süd. Auch das Interesse an Eigenheimen in der Region sei nach wie vor groß.

„Die anziehende Nachfrage hat zu einem Stopp des Preisrückgangs im Bestand geführt. In guten Lagen und bei sanierten Objekten können die Preise auch wieder steigen. Für Gebäude in schlechtem energetischem Zustand ist dagegen weiterhin mit Preisabschlägen zu rechnen“, sagte Andreas Frühschütz, Vorstandsvorsitzender der Kreisparkasse.

Sparkassen-Marktspiegel informiert über aktuelle regionale Immobilienpreise

Die Talsohle im bayerischen Immobilienmarkt scheint erreicht. 2024 sind in Bayern Wohn- und Gewerbeimmobilien mit einem Wert von knapp 50 Milliarden Euro ge- und verkauft worden – etwa zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie sich aus dem Grunderwerbsteueraufkommen errechnen lässt. Im Landkreis Starnberg betrug das Volumen der Immobilientransaktionen im vergangenen Jahr 848 Millionen Euro. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag der Wert bei 1,13 Milliarden Euro.

Detaillierte Angaben zu den Immobilienpreisen enthält der Marktspiegel der Sparkassen-Finanzgruppe. Demnach kosten Baugrundstücke in der Region Starnberg zwischen 750 und 2.100 Euro pro Quadratmeter. Doppelhaushälften und Reihenhäuser sind für 900.000 bis 2,1 Mio. Euro zu haben und neue Eigentumswohnungen für 7.000 bis 11.000 Euro pro Quadratmeter. Gebrauchte freistehende Häuser werden für 900.000 bis 2,5 Mio. Euro angeboten, gebrauchte Doppelhaushälften und Reihenhäuser für 800.000 bis 1,35 Mio. Euro und Eigentumswohnungen für 4.500 bis 9.500 Euro pro Quadratmeter.

Neubau weiter wichtig in Bayern und der Metropolregion München

Der Bedarf an Wohnraum wird in Bayern auch in Zukunft hoch bleiben. Der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamts für Statistik zufolge werden 2043 gut 560.000 mehr Menschen im Freistaat leben als derzeit. Knapp 14 Millionen Einwohner wird Bayern dann haben. Laut der Prognose des Landesamts für Statistik wird die Bevölkerungszahl 2043 im Landkreis Starnberg bei etwa 140.200 liegen. Das entspricht einem Wachstum von einem Prozent.

Während der Bedarf an Wohnraum hoch bleibt, ist bei der Bautätigkeit kein zusätzlicher Schwung zu erkennen. Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung von rund 70.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde nach wie vor nicht erreicht. „Die Zahl der Baufertigstellungen in Bayern lag zuletzt im Bereich von gut 60.000 und ist im vergangenen Jahr um mehr als 16 Prozent auf rund 55.000 gesunken“, erklärte Bumberger.

Naturgemäß unterliegt die Bautätigkeit regional stärkeren Schwankungen – insbesondere getrieben von der Verfügbarkeit von Bauland. „Im Landkreis Starnberg sind die Baufertigstellungen in den vergangenen Jahren in Summe auf einem guten Level. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage ist aber weiterhin aktiver Neubau erforderlich“, sagte Frühschütz.

Solides Immobilien- und Baufinanzierungsgeschäft bei der Kreissparkasse

Insgesamt konnte das Immobiliencenter Starnberg der Kreissparkasse im vergangenen Jahr 25 Objekte im Landkreis Starnberg und im Würmtal vermitteln. Der Wert der Kaufobjekte hat 16,6 Millionen Euro erreicht. Die Darlehenszusagen für Baufinanzierungen im Landkreis Starnberg und im Würmtal beliefen sich auf 84,3 Millionen Euro.

Besonders attraktiv sind im aktuellen Finanzierungsumfeld weiterhin die sehr zinsgünstigen Bauspardarlehen. Die Summe der Auszahlungen der LBS Süd stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 29 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro. „Bausparen erfüllt damit wieder seinen ursprünglichen Zweck als verlässlicher Finanzierungsbaustein mit langfristig festen und günstigen Zinsen, die vor den Schwankungen des Marktes schützen“, sagte Bumberger.

Die Kreisparkasse hat im vergangenen Jahr Bauspardarlehen in Höhe von 15,8 Millionen Euro vermittelt. Das ist ein Plus von gut fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Gerade aufgrund des volatilen Zinsniveaus setzen zahlreiche Immobilienkäufer auf das Bausparen, um Planungssicherheit in der Finanzierung zu haben“, sagte Frühschütz.

Vertreter der LBS Süd und der Kreissparkasse beim Pressegespräch (v.l.): Frank Kurz (Regionaldirektor, LBS Süd), Jens Kambach (Abteilungsleiter Immobilien- und BaufinanzierungsCenter, Kreissparkasse), Erwin Bumberger (stv. Vorstandsvorsitzender, LBS Süd), Bodo von Mengershausen (Gruppenleiter ImmobilienCenter, Kreissparkasse), Andreas Frühschütz (Vorstandsvorsitzender, Kreissparkasse)
Vertreter der LBS Süd und der Kreissparkasse beim Pressegespräch (v.l.): Frank Kurz (Regionaldirektor, LBS Süd), Jens Kambach (Abteilungsleiter Immobilien- und BaufinanzierungsCenter, Kreissparkasse), Erwin Bumberger (stv. Vorstandsvorsitzender, LBS Süd), Bodo von Mengershausen (Gruppenleiter ImmobilienCenter, Kreissparkasse), Andreas Frühschütz (Vorstandsvorsitzender, Kreissparkasse)