v.l. Regina Wegemann (Geschäftsführerin BUND Naturschutz Ebersberg), Christina Schreiner (Bereichsleiterin Privatkunden, Kreissparkasse), Robert Niedergesäß (Landrat Landkreis Ebersberg), Monika Tanzer (Igelhilfe Ebersberg) und Eva Barzantny (Schatzmeisterin BUND Naturschutz Kreisgruppe Ebersberg)

Unseren Igeln geht es schlecht: Insektensterben, warme Winter einhergehend mit heißen, trockenen Sommern, schwindender Lebensraum durch industrielle Landwirtschaft und aufgeräumte Gärten und ein dichtes, stark frequentiertes Straßennetz setzen ihnen stark zu. Seit 2024 steht der Igel auf der internationalen Roten Liste und in Bayern auf der Vorwarnliste.

Die Initiative von BUND Naturschutz Ebersberg: Eine Igel-Auffangstation

Derzeit wird die Igelhilfe im Landkreis Ebersberg rein ehrenamtlich gestemmt und die privaten Pflegestellen sind hoffnungslos überlastet. Der BUND Naturschutz Ebersberg hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, eine Igel‑Auffangstation im Landkreis Ebersberg zu etablieren. Eine offizielle Igel‑Auffangstation mit hauptamtlicher Unterstützung ermöglicht es, verletzte, kranke oder verwaiste Igel schnell und fachkundig zu versorgen und wieder auszuwildern.

Die Idee stößt auf breites Interesse, doch die Finanzierung stellt eine große Hürde dar. Den Mitgliedern des ULV‑Ausschusses im Kreistag fiel die Ablehnung des Anliegens nicht leicht. Seither läuft die Suche nach Sponsoren in den 21 Gemeinden des Landkreises Ebersberg. Es gilt das Ziel von 25 000 Euro zu erreichen.

Der Landrat des Landkreises Ebersberg, Robert Niedergesäß nahm das Thema auf die Tagesordnung des Treffens der regionalen Bürgermeister und brachte damit die kommunalen Entscheidungsträger direkt ins Spiel.

Kreissparkasse unterstützt das Projekt mit einer Spende

Gleichzeitig konnte er eine erfreuliche Nachricht für die anwesenden Tierfreunde überbringen: Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg unterstützt das Vorhaben mit einer Geldzuwendung von 2 500 Euro.

Bei der offiziellen Übergabe der Spende sagte Christina Schreiner, Leiterin des Bereiches Privatkunden bei der Kreissparkasse: „Dieser Beitrag soll den Startschuss für die die Planung und den Aufbau der Auffangstation geben und gleichzeitig ein Signal für die Wichtigkeit von Naturschutzprojekten in der Region setzen!“

Monika Tanzer, das Gesicht der Igelhilfe Ebersberg, freute sich über die großzügige Finanzspritze. Sie betonte, dass es mehr solche Großspender brauche und auch viele kleine Spenden, um das Projekt Igelauffangstation verwirklichen zu können.

Als kleines Dankeschön überreichte Regina Wegemann, Geschäftsführerin des BUND Naturschutz Ebersberg, der Vertreterin der Kreissparkasse einen 5-Liter-Karton frischgepressten Apfelsaft von der Apfelallee Egglsee. „Mehr Bio geht nicht“, so Wegemann, und „Wir werden diesen Saft am Christkindlmarkt in Ebersberg verkaufen und mit dem Erlös wieder einen kleinen Schritt in Richtung Igelauffangstation machen.“

Gemeinsames Handeln stärkt nicht nur das Wohl der Igel, sondern auch das ökologische Gleichgewicht und damit die Lebensqualität in der Region.

Hilfe für die Igel geht auch daheim

Auch ohne große Mittel kann jede Person im eigenen Garten einen Beitrag zum Schutz der Igel leisten. Die folgenden Tipps sind leicht umsetzbar und haben sofortige Wirkung:

  • Unterschlupf schaffen – Laubhaufen, Totholz-Ecken oder ein spezielles Igelhaus in einer ruhigen Ecke des Gartens bieten Lebensraum.
  • Futter anbieten – Katzenfeuchtfutter (hoher Fleischanteil, ohne Getreide, Zucker, Soße und Gelee), Katzentrockenfutter mit hohem Fleischanteil und getrocknete Soldatenfliegenlarven an. Dazu eine flache Schale mit frischem Wasser hilft an trockenen Tagen nicht nur den Igeln.
  • Gefahren reduzieren – Chemische Schnecken­Bekämpfungsmittel vermeiden und stattdessen auf natürliche Alternativen wie Bierfallen setzen; die sind wirksam und tierfreundlich.
  • Straßensicherheit erhöhen – An stark befahrenen Straßen können einfache Holzplatten an den Bordsteinen oder Igel‑Tunnel als Überquerungshilfe dienen und verhindern, dass die Tiere lange auf der Fahrbahn umherwandern.
  • Müll vermeiden – Plastik- und Metallabfälle werden von Igeln nicht selten irrtümlich für Nahrung gehalten.

Noch mehr zur Aktion „Rettet die Igel im Landkreis Ebersberg“ vom BUND Naturschutz Ebersberg gibt es auf der Aktionsseite im Netz: