In München und inzwischen auch im Umland sind Zimmer knapp und teuer. Wie in vielen anderen Hochschulstädten ist es sehr schwierig geworden, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Wer als Student oder Auszubildender trotzdem nicht mehr bei seinen Eltern leben kann oder will, kann eine Zweckgemeinschaft gründen: Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung und Senioren bieten Wohnraum gegen Hilfe im Alltag an. Wenn du auf der Suche nach einer Wohnung und offen bist für solche Wohnmodelle, solltest du dir das Projekt „Wohnen für Hilfe“ einmal näher anschauen.

Hilfe im Alltag gegen Wohnraum

Du zahlst keine oder eine im Vergleich zu anderen geringe Miete – dafür musst du helfen. Die Rede ist hier nicht von professioneller Pflege. Aber möglicherweise arbeitest du deine Miete ab, indem du beim Einkaufen hilfst, Staub saugst oder den Rasen mähst.

Wie viele Stunden muss ich arbeiten?

In einem Vertrag wird festgehalten, welche Arbeiten du übernimmst und wie viele Stunden du pro Monat in die Zweckgemeinschaft einbringst. Es gibt bei „Wohnen für Hilfe“ eine Faustregel: Pro bewohntem Quadratmeter arbeitest du eine Stunde pro Monat. Hättest du also ein 20 Quadratmeter großes Zimmer, müsstest du 20 Stunden arbeiten. Das wären pro Woche fünf Stunden oder pro Tag eine Stunde.

Muss ich trotzdem Miete zahlen?

Obwohl du arbeitest, musst du die Betriebskosten für dein Wohnverhältnis übernehmen, denn sie gehören nicht zur Miete. Betriebskosten sind Wasser, Strom und Heizung beispielsweise. Ob du zusätzlich zu der von dir geleisteten Arbeit noch Miete zahlen musst, hängt vom Einzelfall ab. Fest steht auf jeden Fall, dass du günstiger wohnen wirst als üblich.

Wie komme ich an ein Zimmer?

Die Studentenwerke sowie soziale Einrichtungen vermitteln Zimmer. Suche im Internet einfach nach dem Begriff „Wohnen für Hilfe“ in Kombination mit deinem Wohnort.

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, solltest du dir dessen bewusst sein, dass das Wohnen in einer Wohngemeinschaft immer ein Kompromiss zwischen allen beteiligten Parteien ist. Der eine ist lauter als der andere, dafür ist dem Zweiten Sauberkeit nicht so wichtig. Hinzu kommt: Dein Arbeitspensum kann speziell in Prüfungszeiten eine Belastung werden. Überlege dir also gut, mit welchem Partner du ein solches Homesharing-Projekt angehst.