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„Bei Demenz zählen nicht die Defizite, sondern die Ressourcen“

Woche der Demenz
Rubrik: Region
21.03.2017
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21.03.2017
„I ch kann mich nicht erinnern ... Wer bin ich? … Wer bist Du …?“ – Kaum eine Krankheit greift so stark ins Leben der Erkrankten und ihrer Familien ein wie Demenz, und kaum eine ist so mit Scham behaftet. Dabei ist es so wichtig, mehr darüber zu wissen und offen darüber zu sprechen. Genau dieses Ziel verfolgt die „Woche der Demenz“, die Anfang März bereits zum zweiten Mal im Landkreis stattfand. Organisiert wurde sie vom Katholischen Kreisbildungswerk Ebersberg e.V. (KBW), in Kooperation mit der Caritas, dem Landratsamt, der Alzheimer Gesellschaft Ebersberg und dem Netzwerk „Generation 55plus – Ernährung und Bewegung“ am Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung Ebersberg.

„Unser Ziel ist es, das lange tabuisierte Thema Demenz in die Gesellschaft zu bringen“, sagt KBW-Geschäftsführerin Jennifer Becker. „Daher nehmen wir alle Perspektiven von Demenz in den Blick: die der Erkrankten, die der pflegenden Familienangehörigen, von Jugendlichen ebenso wie von Apothekern und Ärzten.“ Alzheimer ist die bekannteste von rund 130 (!) verschiedenen Formen der Demenz; allen gemeinsam ist, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns abnimmt und Kurzzeitgedächtnis, Denken, Sprache, Sinneswahrnehmung und Motorik nachlassen. Bei einigen Formen der Demenz ist auch die Persönlichkeit betroffen.

„So umfassend und vielgestaltig wie die Krankheit ins Leben eingreift, waren auch die Formate bei der Woche zur Demenz“, sagt Projektleiterin Sabine Hofmann. Auf dem Programm standen unter anderem Vorträge und Workshops, eine Ausstellung im Landratsamt, die Vorführung des Films „Still Alice“, ein Tanztee und spirituelle Angebote. „Besonders gelungen war auch die Lesung mit Helga Rohra, erste Vorsitzende von Trotzdemenz e.V. und Autorin des Buches ‚Ja zum Leben – trotz Demenz‘.“

Die Prophylaxe spielt eine zentrale Rolle – dazu gehören ausgewogene Ernährung, Bewegung, geistige Abwechslung, Neugier und soziale Kontakte. „All das schafft neue Bahnen im Gehirn und wirkt wie ein Schutzschild gegen Demenz“, erläutert Sabine Hofmann. „Es reicht nicht, Sudoku und Kreuzworträtsel zu lösen. Vorsicht auch vor Isolation! Wer zum Beispiel als Witwe oder Witwer auf sich allein gestellt ist, sollte sich unbedingt Menschen für gemeinsame Aktivitäten suchen. Besonders gut ist Tanzen, denn das spricht alle Sinne an.“ Laut Experten könnte durch nachhaltige Prophylaxe rund ein Drittel aller Demenzerkrankungen verhindert werden.

Was tut Demenzkranken gut? Und wie können Angehörige unterstützen? Antworten darauf reichen vom gemeinsamen Backen und gesüßten Schweinebraten – „weil der Sinn für Süßes am längsten bleibt“ – über Nachbarschaftshilfe bis hin zur Tagespflege Grafing und zur Wohngemeinschaft für Demenzkranke in Landsham. „Nicht die Defizite der Erkrankten zählen, sondern ihre Ressourcen“, sagt Jennifer Becker, „und wir müssen nicht über die Menschen sprechen, sondern mit ihnen.“

„Die Pflegereform berücksichtigt die Demenz deutlich stärker als bisher“, sagt Herbert Haselsteiner, Filialdirektor der Kreissparkasse in Ebersberg, die die Woche zum Thema Demenz aktiv unterstützt. „Mit einer Pflegeversicherung lässt sich finanziell gut vorsorgen. Die Woche zur Demenz hat viel Bewusstsein zu diesem wichtigen Thema geschaffen. Wir begleiten diesen Weg aus Überzeugung.“

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