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Webserie „Ebersberg“: Horror ist nur was für Könner

Manuel Weiss

Michael Weiss von Weiss Entertainment und Kerstin Brehm von der Kreissparkasse

Rubrik: Region
10.10.2017
Rubrik: Region
10.10.2017

In tiefster Nacht steht sie an der Staatsstraße 2080 mitten im Ebersberger Forst: eine Frau mit weißem Kleid und pechschwarzem Haar. Wer weiterfährt, hinter dem taucht sie plötzlich auf der Rückbank auf, greift ins Steuer und lässt das Auto gegen den nächsten Baum rasen. Die Weiße Frau – jedes Kind in Ebersberg kennt diese Legende. Und Filmemacher Manuel Weiss aus Haar kennt sie auch.

So schuf er 2016 die Webserie „Ebersberg“ – feinsinniger, gekonnter Horror rund um die Weiße Frau in vier Folgen. Die Eigenproduktion war über Amazon, Vimeo On Demand und das Portal „UnsereSerien“ zu sehen, wurde 2016 in die Official Selection des Direct Short Online Film Festivals und Miami Independent Film Festivals gewählt und gewann bei den The Monkey Bread Tree Awards die Kategorie „Best Webseries“.

„Ich hatte mir 4.000 Zuschauer als Ziel gesetzt“, sagt Manuel Weiss, der an der Münchner Hochschule Macromedia und der Bayerischen Akademie für Fernsehen und Digitale Medien studierte, danach fünfeinhalb Jahre bei ProSieben und ProSieben Digital sein filmisches Handwerk perfektionierte und sich 2011 mit Weiss Entertainment selbstständig machte. Mittlerweile hat „Ebersberg“ über alle Plattformen und Facebook eine halbe Million Fans: „Das hat mich darin bestärkt, eine zweite Staffel zu produzieren“, erzählt der Filmemacher.

Diese zweite Staffel – Untertitel „Die Geschichte ist noch nicht zu Ende“ – hatte am 7. Oktober ihr Preview in der Münchner Filmhochschule. Und seit 8. Oktober sind alle vier Folgen bei Amazon Video veröffentlicht. Auch via Netfall gibt es die zweite Staffel von „Ebersberg“. „Für Staffel 2 haben wir von Mai bis Juli 2017 in München und der Umgebung 22 Nächte gedreht“, sagt Manuel Weiss, „die vier Folgen haben zusammen Spielfilmlänge. Durch den Erfolg von Staffel 1 habe ich neue Schauspieler und neue Sponsoren gewonnen. Ich bin froh, den FilmFernsehFonds Bayern und die Kreissparkasse an Bord zu haben. Denn allein 60 bis 70 Prozent der Kosten entfallen auf die Produktionsgagen.“

Manuel Weiss, der schon als Bub mit Kamera und Mini-Dinos Szenen aus Steven Spielbergs Klassiker „Jurassic Park“ nachstellte, ist Filmemacher aus Leidenschaft. Klar, dass er bei Eigenproduktionen jedes Detail perfekt plant und die wichtigsten Aufgaben selbst übernimmt: „Drehbuch, Organisation, Regie, Kamera, Beleuchtung, Schnitt … mache ich alles selbst. Das gesamte Equipment hierfür habe ich mir über die Jahre zusammengekauft. Und als Gitarrist und Schlagzeuger habe ich zum Glück auch ein Gespür für die Musik, die gerade im Horror-Genre eine zentrale Rolle spielt.“

Deutschland sei, so Manuel Weiss, zwar das Land der Mythen und Märchen, habe allerdings eine „komödienlastige Filmwelt“. „Richtig guten Horror gibt’s kaum. Genau diese Lücke will ich schließen. Meiner Arbeit gegenüber bin ich extrem kritisch – und doch weiß ich: Staffel 2 hat eine packend schnelle Storyline, neue Locations, neue Figuren. Wir haben das Beste gemacht, was unter den gegebenen Umständen möglich war. Ich freue mich heute schon auf die Wirkung bei den Zuschauern.“

Die nächsten Webserien-Wettbewerbe warten schon auf „Ebersberg“: Ende Oktober in London und im April 2018 in Los Angeles. „Wir drücken die Daumen“, sagt Kerstin Brehm, Medienreferentin bei der Kreissparkasse, „die Medienindustrie ist ja ein wichtiger Player in unserer Region. Da ist es schon spannend zu sehen, was Manuel Weiss in Eigenproduktion mit vergleichsweise geringen Mitteln, aber sehr viel Herzblut, realisiert.“

Florian Fister
Florian Fister
Abteilungsleiter Vorstandsstab / Öffentlichkeitsarbeit

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