Bitcoin – Kurz erklärt – Fünf Fakten
7. Juni 2018
Vom Kreissparkassen-Fußball-Cup zur Fußball-WM
12. Juni 2018

Was passiert, wenn die Zinswende kommt? Ende des Aufschwungs oder endlich bezahlbare Wohnungen?

Rubrik: Finanzen
08.06.2018
Rubrik: Finanzen
08.06.2018
Die US-amerikanische Notenbank Fed hatte Ende 2015 nach Jahren einer extremen Niedrigzinspolitik begonnen, den Leitzins wieder vorsichtig anzuheben. Hauptgrund waren gute Konjunkturdaten. Dieser Zinserhöhungs-zyklus ist weiter intakt.
Auch in der Eurozone kommen positive Nachrichten aus der Wirtschaft. Die Krisensituation am Arbeitsmarkt hat sich deutlich verbessert und insgesamt überraschen die Wirtschaftsnachrichten aus dem Euroraum positiv. Die Mehrzahl der Marktteilnehmer rechnet mit einem Ende der Nullzinspolitik der EZB ab dem Jahr 2019. Dabei wird erwartet, dass die längerfristigen Kapitalmarktzinsen diese Entwicklung vorwegnehmen und frühzeitiger ansteigen. Diese Marktmeinung wird unterstützt durch Faktoren wie den Zinsanstieg in den USA, die starke europäische Konjunktur und leicht steigende Inflationsraten im Jahresverlauf.

Entsprechend würden ein Zinsanstieg am Immobilienmarkt und generell höhere Preise für Darlehen folgen, aber auch bessere Konditionen für Sparer. Diese hatten in den letzten Jahren deutlich das Nachsehen.

Folgen der Niedrigzinsphase für den Immobilienmarkt in der Region

In der Region um München sind die Menschen und Unternehmen im bundesdeutschen Vergleich wirtschaftlich am stärksten aufgestellt. Traditionell sind hier die Immobilienpreise ohnehin höher als im Rest des Landes und auch der Anstieg der Preise für die eigenen vier Wände nimmt einen Spitzenwert ein.

In der langen Phase, in der die Zinsen sich aufgrund der vorangegangenen Finanzkrise auf so niedrigem Niveau bewegt haben wie nie zuvor, reduzierte sich die Auswahl rentabler Anlagemöglichkeiten. Gleichzeitig wurden langfristige Finanzierungen günstiger. Das Interesse an langfristigen Immobilienfinanzierungen stieg und damit sukzessive auch die Immobilienpreise. Investition in das sogenannte Betongold schien eine der wenigen Möglichkeiten für rentable Geldanlagen.

Risiken einer hohen Finanzierung beim Niedrigzins

Beim Erwerb der Immobilie ist zu unterscheiden, ob diese als Kapitalanlage in Betracht gezogen wird oder ob sie „das Dach über dem Kopf“ im Alter sichern soll. In letzterem Fall kann ab dem Zeitpunkt der Eigennutzung keine Mieteinnahme mehr verbucht werden – der Kredit muss also ab diesem Zeitpunkt vollständig aus den verbleibenden Einnahmen getilgt werden. Bereits ein leichter Zinsanstieg kann hier eine spürbare finanzielle Mehrbelastung bedeuten.

Bei niedrigen Zinsen scheinen hohe Finanzierungen bezahlbar zu sein. Aber preiswerte Zinskonditionen allein sind noch kein Garant. Immobilienfinanzierungen haben kalkulierte Gesamtlaufzeiten von meist 30 Jahren oder mehr. Die Zinskonditionen für die Darlehen aber laufen, selbst bei langfristiger Vereinbarung, nach 10-15 Jahren in der Regel aus. Nach dieser Zins-Laufzeit gilt es, den Restbetrag des Darlehens weiter zu finanzieren – natürlich zu den dann gültigen Konditionen. Je nach Darlehenssumme und Einkommen können schon wenige Punkte mehr hinter dem Komma beim Zins empfindlich zu Buche schlagen.

Daher prüfen Kreditinstitute genau, welcher Kapitaldienst für den Kunden vertretbar ist.

Schon eine geringe Veränderung im Einkommen oder in den Lebensumständen kann die Tilgungen gefährden und einen finanziell ungünstigen Notverkauf nach sich ziehen.

Alternative Anlagen zu hohen Immobilienkrediten

Eigene Immobilien sind für Leute mit wenig Eigenkapital im Münchner Umland meist keine ideale Lösung für eine Geldanlage. Aber es gibt rentable Alternativen: Wer auf Betongold setzen möchte, für den könnte das Thema Immobilienfonds interessant sein. Bei einem persönlichen Beratungsgespräch mit Ihrem Ansprechpartner bei der Kreissparkasse finden Sie sicher die für Sie beste Lösung.
Horst Prochaska
Horst Prochaska
Eigenanlagen / Handel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.