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Wann Kinder die Pflege der Eltern zahlen müssen

Rubrik: Tipp
15.10.2018
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Wenn die Eltern pflegebedürftig werden, ist das eine schwierige Situation. Nicht immer können die Kinder die Pflege selbst stemmen. Dann ist das Pflegeheim die Alternative. Doch sie hat ihren Preis. Zwar zahlt die Pflegeversicherung einen Teil und vielleicht haben die Eltern auch noch eine Rente, aber oft reichen diese Summen nicht aus, um die Heimkosten zu decken.

Wenn die Beträge aus der Pflegeversicherung, die Rente und die Rücklagen nicht ausreichen, werden die Kinder unterhaltspflichtig – zumindest dann, wenn sie selbst genügend Geld zur Verfügung haben.

Rücklagen aufbrauchen, Immobilie vermieten oder verkaufen

Haben die Eltern Geld zurückgelegt, wird zunächst diese Summe eingesetzt, um die Lücke zu schließen. Gibt es Wohneigentum, sollte man dies nach dem Umzug nicht einfach leer stehen lassen, sondern vermieten oder verkaufen, um die Kosten für das Pflegeheim bezahlen zu können.

Wenn alles aufgebraucht ist oder für diesen Fall nie etwas zurückgelegt wurde, müssen die Kinder einspringen. Dabei hilft es nichts, wenn die Eltern das nicht wollen. Denn letztlich zahlt zunächst der Staat – und fordert dann das Geld von den Kindern zurück.

Es gilt ein Mindestselbstbehalt

Allerdings kann nur derjenige Kosten übernehmen, der selbst etwas hat. Die Lebensqualität der Kinder und ihrer eigenen Familie darf durch die Heimkosten nämlich nicht zu sehr verschlechtert werden. Den Kindern muss auf jeden Fall ausreichend Geld bleiben, um Lebensmittel, Kleidung und andere wichtige Dinge des alltäglichen Lebens zu kaufen und sich zu versichern.

Festgelegt ist grundsätzlich ein Mindestselbstbehalt von 1.800 Euro, in den schon eine Miete inklusive Betriebskosten von 480 Euro eingerechnet ist. In vielen Städten wird die Miete deutlich höher sein. Daher ist es einen Versuch wert, eine höhere Summe berücksichtigen zu lassen.

Was, wenn man mehr hat?

Wenn mehr Geld als der Mindestselbstbehalt vorhanden ist, wird es kompliziert. Ausschlaggebend ist in diesem Fall das sogenannte bereinigte Einkommen. Dabei werden bestimmte Posten vom Einkommen abgezogen, bevor berechnet wird, wie viel Sie davon abgeben müssen.

Zu den abziehbaren Posten gehören Steuern und Sozialabgaben, alle Kosten, die mit dem Beruf zu tun haben, Beiträge für die eigene Altersvorsorge, Kreditraten, die abbezahlt werden müssen, oder Unterhaltsleistungen an andere. Sind diese Ausgaben vom Einkommen abgezogen, muss von der verbleibenden Summe die Hälfte für die Pflege der Eltern genutzt werden.

Ein Beispiel

Sie verdienen nach Abzug der Steuern im Monat 4.000 Euro. Davon gehen jeden Monat noch rund 1.000 Euro für den Arbeitsweg ab und für den Kredit, um die eigene Wohnung abzuzahlen. So bleiben Ihnen also 3.000 Euro übrig. Zieht man davon den Mindestselbstbehalt von 1.800 Euro ab, bleiben 1.200 Euro. Teilt man diese Summe durch zwei, müssen Sie also maximal 600 Euro für die Pflege Ihrer Eltern zahlen.

Bei Verheirateten werden allerdings beide Einkommen zusammengerechnet – dafür gibt es einen gemeinsamen Selbstbehalt von 1.440 Euro zusätzlich zum Mindestselbstbehalt des Partners, der unterhaltsverpflichtet ist.
Weitere Informationen können Sie der Düsseldorfer Tabelle unter dem Punkt „D. Verwandtenunterhalt“ entnehmen. Ansprechpartner ist der Sozialhilfeträger, besser bekannt als Sozialamt.

Zeit zu handeln

Die 2017 in Kraft getretene Pflegereform hat einige Vorteile für Pflegebedürftige mit sich gebracht. Die Kosten im Fall einer Pflegebedürftigkeit gehören aber dennoch zu den am häufigsten unterschätzten Risiken. Zwar haben Umfragen zufolge rund zwei Drittel der Bundesbürger Angst, im Alter pflegebedürftig zu werden. Ungefähr ebenso viele wünschen sich, dass ihre Kinder nicht für ihre Pflege aufkommen müssen. Doch nur 15 Prozent haben eine ergänzende private Pflegeversicherung abgeschlossen.

Ihr Berater der Kreissparkasse erläutert Ihnen gerne, wie Sie ganz persönlich Vorsorge treffen können.
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Marketing / Vertrieb

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