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Digitalisierung und die möglicherweise drohende Disruption

Von der Notwendigkeit des proaktiven Denkens und Handelns im digitalen Zeitalter

Selbst der goldene Oktoberabend hielt die Gäste nicht davon ab, zum Unternehmerforum in die Kreissparkasse zu kommen – denn es versprach ein spannender Abend zu werden. Vorstand Walter Fichtel, der die rund 400 Eingeladenen begrüßte, freute es, denn er wusste: was die Kunden thematisch erwartete, traf den Nerv der Zeit.

Das Thema spielt eine Rolle in der Zukunft beinahe jedes wirtschaftlichen Unternehmens, die digitale Disruption.

Experte in Sachen Digital

Der Gast des Abends, den Walter Fichtel schließlich auf die Bühne bat, ist Experte auf diesem Gebiet. Er könne sich beinah mit niemandem mehr unterhalten, so gestand er einmal selber, ohne sofort darüber nachzudenken, wie er dessen Geschäftsmodell zerstören könne. Christoph Keese ist CEO der Axel Springer hy GmbH und war zuvor bereits viele Jahre im Medienunternehmen Axel Springer tätig. Als Executive Vice President trieb er selber dort den Umbau zum Internet-Unternehmen voran – und das mit Erfolg: knapp 70% der Umsätze von Springer stammen heute aus dem Netz.

Nur Substitut oder wirklich Disruption

Disruption – bestehende, traditionelle Geschäftsmodelle, Produkte, Technologien oder Dienstleistungen werden von innovativen Erneuerungen abgelöst und mitunter vollständig verdrängt. Das ist nicht neu. Aber diese Vorgänge haben mit der „digitalen“ Disruption, also Ersatz durch digitalwirtschaftliche Innovationen, eine neue Stufe erreicht.

Keese nannte ein Beispiel für den Unterschied zwischen einer normalen Innovation und einer disruptiven: „Nehmen sie die Musik. Die CD hat die davor gängige LP zwar ersetzt, aber es war lediglich eine Weiterentwicklung, bei der sich hauptsächlich das Material veränderte und damit nicht disruptiv.“ Das Angebot von Streaming-Plattformen wie spotify allerdings habe die alten Produkte, wie LP und CD, großteils verdrängt, ohne dass ein echtes Ersatzprodukt folgte – das sei disruptiv.

Plattformen seien ohnehin die großen Sieger dieser digitalen Entwicklung. „Die zehn erfolgreichsten Unternehmen der Welt sind Plattformen“, so der Experte und zählte Unternehmen wie Amazon, Apple und Google auf. Anbieter, die häufig nicht einmal selber die Leistung erbringen, die sie verkaufen, sondern nur vermitteln – wie Hotelplattformen.

Eine gute Chance für Deutschland

Der gelernte Volkswirt und Journalist hat 2013 ein halbes Jahr im Silicon Valley gelebt und gearbeitet. Keese kennt Arbeitsweise, Kultur und Geschäftsmodelle des Silicon Valley so gut wie wenig andere Europäer und hat mit seinem Buch „Silicon Germany – Wie wir die digitale Transformation schaffen“ sogar den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2016 gewonnen.

Der Buchtitel spiegelt Optimismus wieder. Obwohl: „ Es macht mich mitunter sprachlos, dass in Deutschland in den vergangenen Jahren so viel nicht getan wurde und wir immer noch über Breitband sprechen“, räumt Keese ein. Gleichzeitig rief er die Unternehmer in Deutschland auf, nicht deprimiert zu sein, sondern mutig. Die meisten Disruptoren stammten nicht einmal aus der Branche, die sie sich vornähmen. Er bestärkte die Zuhörer, neu zu denken – wie ehrgeizige StartUp-Gründer mit wenig Kapital. Denn während bisher viele dieser Entwicklungen auf das sogenannte B2C- (Business-to-Consumer)-Geschäft abzielten, käme eine neue Welle im B2B-Bereich, also dem Geschäft unter den Unternehmen, auf uns zu. „Das ist eine gute Chance für Deutschland!“ Ein Thema also, mit dem sich Unternehmer unbedingt auseinandersetzen sollten und für welches die Kreissparkasse gerne eine Plattform bot, die auch im Anschluss noch für intensive Gespräche unter den Anwesenden sorgte.
Miriam Wennekamp
Marketing / Vertriebssteuerung Firmenkunden

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