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Neue Richtlinie für den elektronischen Zahlungsverkehr bringt auch mehr Verbraucherschutz

Wer darf was: Die PSD2-Richtlinie für Zahlungsdienstleister
Die Digitalisierung macht vieles im Leben einfacher: vom schnellen Einkauf im Internet bis zum Erledigen von Finanzgeschäften über das Online-Banking. Wo sich neue Chancen bieten, gibt es aber auch Risiken. Wem vertraue ich meine Daten an? Was geschieht, wenn etwas Unvorhergesehenes wie etwa ein Hackerangriff passiert? Wer darf überhaupt Lösungen für den Zahlungsverkehr anbieten? Die EU hat dafür in einer europaweiten Direktive unter dem Namen „Payment Services Directive“, kurz PSD2, neue Vorgaben festgelegt. In Deutschland wurden diese in einer zweiten Richtlinie für Zahlungsdienste nun umgesetzt und treten zum 13. Januar 2018 in Kraft. In vielen Bereichen führen die neuen Regelungen zu einem besseren Schutz der Verbraucher.

Einheitliche Regeln für den Zahlungsverkehr
Mit der ersten Zahlungsdiensterichtlinie wurde 2009 die Harmonisierung des europäischen Zahlungsverkehrs nach dem SEPA-Standard eingeläutet. Ihr Ziel war es, Überweisungen in der Eurozone genauso einfach und zu gleichen Kosten wie im Inland zu tätigen. Nun soll PSD2 den europäischen Zahlungsverkehr weiter vereinheitlichen und effizienter machen. Die Richtlinie bezieht dabei neben Banken und Sparkassen auch „dritte Zahlungsdienstleister“ in die Regulierung ein.

Erstmals Regulierung für Drittanbieter
Schon seit einiger Zeit werben rein digitale Anbieter, sogenannte FinTechs, mit Services rund um den elektronischen Zahlungsverkehr. Im Online-Handel etwa bieten manche solcher Dienstleister die Auslösung des Zahlungsvorgangs an, wenn der Kunden ihnen dafür vertrauliche Daten, die sonst nur seine Hausbank kennt, zur Verfügung stellt. Andere entwickeln Apps, die einen Überblick über alle bei verschiedenen Instituten geführten Konten versprechen. Mit PSD2 erhalten solche „Zahlungsauslösedienste“ und „Kontoinformationsdienste“ einen gesetzlich geregelten Zugang zum Markt. Für sie werden künftig ebenfalls klare Vorschriften gelten und sie unterliegen der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Banken und Sparkassen müssen für Schnittstellen sorgen, die den Drittanbietern den Zugriff auf Konten ermöglichen. Für Kontrolle ist allerdings weiterhin gesorgt. Denn Sie als Kunde müssen ausdrücklich die Erlaubnis für eine Weitergabe Ihrer Bankdaten geben.

Mehr Verbraucherschutz
In der neuen Richtlinie sind auch Regelungen verankert, die den Schutz des Verbrauchers stärken. Sie betreffen zum Beispiel den Missbrauch im Online-Banking oder das Rückgaberecht von Lastschriften:

• Bei Betrug oder Missbrauch etwa durch Hackerangriffe haftet der Kunde, so er nicht grob fahrlässig oder betrügerisch gehandelt hat, nur noch mit 50 Euro statt bisher 150 Euro. Das gilt auch für Schäden infolge gestohlener oder abhandenge-kommener Zahlungskarten.

• Bei nicht autorisierten Überweisungen/Lastschriften wird die Frist verkürzt, in der das Kreditinstitut dem Kunden den Betrag erstatten muss.

Darüber hinaus sind in PSD2 die Ansprüche des Kontoinhabers bei verspäteter Ausführung einer Zahlung neu geregelt. Bankkunden haben zudem künftig erweiterte Beschwerderechte.

Sicherheit von Internetzahlungen
Alle Zahlungsdienstleister sind künftig verpflichtet, den Zugriff auf ein Zahlungskonto und die Auslösung elektronischer Zahlungsvorgänge stärker zu schützen. Damit werden konkrete Anforderungen an Faktoren wie Passwort, Code und PIN verbunden sein. Die derzeit von den Sparkassen im Online-Banking eingesetzten Sicherungsverfahren erfüllen diese Anforderungen schon jetzt.
Thorsten Renoth
Thorsten Renoth

Gruppenleiter Giro- und Transaktionsservice

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