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Planetenweg auf der Seepromenade

Planetenweg Starnberg

Nina Süß, stellvertretende Filialleiterin der Kreissparkasse in Starnberg und Heimo Gnilka, Lehrer am Gymnasium Starnberg mit Landrat Karl Roth und Schülern des Gymnasium Starnberg

Begehbares Sonnensystem am Starnberger See
„Non scholae, sed vitae discimus“ - nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir: Was Seneca im Jahre 62 n. Chr. uns allen auf ewig ins „Klassenbuch“ schrieb, nahmen jetzt am Gymnasium Starnberg der Mathematik-, Physik- und Informatik-Lehrer Heimo Gnilka und 14 Schülerinnen und Schüler der elften Klasse wörtlich. In ihrem P-Seminar griffen sie tatkräftig ins Leben ein und bauten am Ostufer des Starnberger Sees einen Planetenweg. Dieser zeigt, begehbar seit 18. Oktober 2017, unser Sonnensystem im Maßstab 1 Schritt = 1 Million Kilometer. Startpunkt ist die Sonne, im Bürgerpark neben dem Werftgelände. Den äußersten Planeten Neptun erreichen Spaziergänger schließlich nach zwei km am Badegelände in Kempfenhausen.

Die Idee für das Projekt hatte Heimo Gnilka, der sich Zeit seines Lebens für das Weltall interessiert und bereits 1988 den Verein zur Förderung der Raumfahrt e.V. gründete: „Meine Begeisterung für das Weltall auf die Schülerinnen und Schüler zu übertragen, war nicht schwer“, sagt Heimo Gnilka, „für den Plan, einen maßstabsgetreuen Planetenweg direkt am See zu realisieren, waren alle sofort Feuer und Flamme. Doch natürlich war das Projekt selbst dann ein langer, gemeinsamer Weg mit vielen Einzelschritten.“

Beginnend ab September 2016 planten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von Heimo Gnilka in jeweils einer Doppelstunde pro Woche das Projekt – verteilten Aufgaben, recherchierten Ansprechpartner, stimmten Zwischenergebnisse ab, schrieben Protokoll und planten die Zeitachse. Die Aufgaben selbst packten die Elftklässler dann überwiegend außerhalb der Schulzeit an. Von Anfang an unterstützten Starnbergs Bürgermeisterin Eva John und Landrat Karl Roth das Projekt; Details der Wegeführung stimmte eine Schülerdelegation bei einem Gespräch im Rathaus mit Bürgermeisterin und Stadtbaumeister Stephan Weinl ab.

Schnell kristallisierte sich eine der Hauptaufgaben heraus: den richtigen Partner zu finden für die Anfertigung der zehn Planetenweg-Stelen. Heimo Gnilka: „Wir waren uns einig: Die Infostelen mit den Planeten-Modellen müssen witterungsbeständig und möglichst sicher vor Vandalismus sein – und natürlich bezahlbar.“ Die Materialwahl fiel daher auf Corten-Stahl. Angefertigt wurden die Planeten-Modelle von der Kunst- und Bauschlosserei Haseneder in Berg-Höhenrain – als Hohlkugeln aus kalt geformtem Edelstahl. Das farbige Spritzlackieren übernahm dann die Bauer Maschinen und Technologie GmbH & Co. KG in Weilheim. Die Texte der Stationen erstellten die Schülerinnen und Schüler natürlich selbst. Das Layout gestaltete Stefan Schiessl vom Grafikstudio Exploredesign in Dachau, den Druck der Tafeln übernahm Hans-Georg Hofmaier vom BDC Druck-Centrum in Starnberg.

Eine weitere Hauptaufgabe war die Sponsorensuche: Die Schülerinnen und Schüler luden dazu im März 2017 Eltern und potenzielle Sponsoringpartner zur Projektvorstellung ein. Sie sprachen mit der Lokalpresse, entwickelten ihre eigene Homepage fürs Crowdfunding, führten Gespräche mit Unternehmen … und bewarben sich auch bei der Stiftung der Kreissparkasse. „Das Projekt ist ein besonderes und etwas Beständiges“, sagt Nina Süß, stellvertretende Filialleiterin der Kreissparkasse in Starnberg: „Tausende von Menschen werden den Planetenweg gehen. Die Schülerinnen und Schüler haben hier großes Engagement gezeigt und dabei erlebt: Wer sich etwas in den Kopf setzt und nicht lockerlässt, wird auch Erfolg haben.“ Heimo Gnilka kann dies nur bestätigen: „Wir haben bei diesem Projekt sehr viel Mitarbeit erfahren. Die Schülerinnen und Schüler haben etwas Außerordentliches geschaffen – und alle Partner haben hervorragend mitgezogen.“

Aufgestellt wurden die Stelen übrigens vom Bauhof der Stadt Starnberg. Die Begehung des Planetenwegs lohnt sich, auch wenn aufgrund der Bauarbeiten am Wasserpark der Planet Saturn erst im Frühjahr 2018 seinen Platz finden wird.
Florian Fister
Florian Fister

Abteilungsleiter Vorstandsstab / Öffentlichkeitsarbeit

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