Schuhe, Kosmetik, Lebensmittel: Im Internet kannst du heute alles schnell und einfach einkaufen. Was aber, wenn die Schuhe nicht passen oder eine Flasche beim Transport ausgelaufen ist? So kommst du zu deinem Recht.

Grundsätzlich ist ein Widerruf möglich

Die Schuhe im Onlineshop sind genau nach deinem Geschmack – doch als das Paket ankommt, stellst du fest: Die Schuhe passen nicht oder die Farbe sieht im Tageslicht komisch aus.

Das ist zwar ärgerlich, aber immerhin wirst du dein Geld zurückbekommen. Denn Ware, die du online bestellt hast, kannst du einfach widerrufen. Dazu schickst du das Produkt zurück, den Widerruf erklärst du zusätzlich, beispielsweise per Mail. Einen Grund für den Widerruf musst du nicht angeben.

Tipp: Viele Onlineportale bieten für den Widerruf Formulare an, die du nur ausfüllen und absenden musst. Oft kannst du für die Rücksendung sogar einen kostenlosen Portoschein ausdrucken. Du musst ihn nur noch aufkleben.

Wichtig ist, dass du die Frist von 14 Tagen einhältst. Sie beginnt an dem Tag, an dem du das Paket bekommen hast. Kommt es beispielsweise an den ersten Tagen deines dreiwöchigen Urlaubs, hast du Pech gehabt. Denn nach deinem Urlaub ist es für den Widerruf zu spät. Übrigens hast du diese 14-tägige Widerrufsfrist auch, wenn du per SMS, Karte, Telefon, Fax oder Mail bestellst.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wie so oft gibt es aber Ausnahmen. Beispiel: Du hast das Design der Schuhe individuell gestaltet. Also beispielsweise eine rote Sohle, lila Schuhbänder etc. Dann handelt es sich um eine Maßanfertigung, die du nicht einfach zurückgeben kannst. Schließlich kann der Händler sie nicht wiederverkaufen.

Gleiches gilt für Produkte, bei denen Hygiene besonders wichtig ist. Dazu zählen frische Lebensmittel, aber auch Unterwäsche, eine Badehose oder ein Badeanzug aus einem Onlinekauf.

Ähnlich verhält es sich mit digitaler Ware: So ist es beispielsweise schwierig, den Kauf eines E-Books rückgängig zu machen. Denn ist es einmal heruntergeladen, hat der Käufer es auf dem Computer. Darum schließen die Verkäufer in solchen Fällen das Widerrufsrecht oft aus.

Gleiches gilt für Streaming-Dienstleistungen. Widerrufst du die Mitgliedschaft bei einer Online-Datingplattform, kann es sein, dass du zumindest für die Zeit bezahlen musst, in der du Mitglied warst.

Vorsicht: Die 14-tägige Widerrufsfrist gilt üblicherweise nicht, wenn du etwas von einer Privatperson gekauft hast – beispielsweise über E-Bay.

Was, wenn die Ware defekt ist?

Anders ist die Situation, wenn die Ware nicht in Ordnung ist. Also: Die Flasche Wein war nicht dicht, der Karton ist nass geworden. Oder: Das neue Smartphone funktioniert nicht. Dann solltest du so schnell wie möglich das Problem anzeigen.

In der Regel sollte es kaum Probleme geben, wenn das Produkt beschädigt bei dir ankommt. Du kannst ein Foto des Schadens an den Versender schicken. Üblicherweise musst du dann das Produkt zurückschicken und bekommst einen mangelfreien Ersatz zugeschickt. Je später du reklamierst, desto schwieriger kann es aber werden, das Produkt umzutauschen beziehungsweise das Geld zurückzubekommen.

Ein Beispiel: In deiner Gemüsekiste ist ein verschimmelter Salat. Reklamierst du das gleich, wirst du wahrscheinlich eine Gutschrift bekommen. Reklamierst du erst nach zwei Tagen, wird der Verkäufer die Reklamation vermutlich nicht akzeptieren. Denn wenn du den Salat falsch gelagert hast und er deswegen schimmelig ist, liegt der Fehler bei dir.

Funktioniert aber die neue Nachttischlampe nach zwei Monaten nicht mehr, hast du einen Gewährleistungsanspruch. Es kann sein, dass der Verkäufer dann nachbessert, also die Lampe repariert und sie dir erneut schickt.

Andere Händler senden dagegen gleich ein neues Produkt oder überweisen unter Umständen auch direkt das Geld zurück. Nach sechs Monaten wird es aber für dich als Kunden schwieriger: Dann musst du nachweisen, dass das Produkt schon beim Verkauf einen Mangel hatte.

Die Verbraucherzentrale hat zu diesem Thema ausführliche Informationen ins Netz gestellt.

Tipp: Hast du schon einmal über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachgedacht? Sie kann dir helfen, wenn es nach dem Kauf eines teuren Produktes zu Problemen kommt. Sprich deinen Sparkassenberater auf das Thema an. Er hilft dir bei der Wahl der richtigen Versicherung.