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US-Notenbank – Neuer Wächter über Währung und Zinsen

Rubrik: Finanzen
23.03.2018
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23.03.2018
Seit dem 5. Februar ist Jerome Powell neuer Chef der Federal Reserve.
Der 65-jährige folgt auf Janet Yellen, der allgemein ein guter Job bescheinigt wurde. Experten zufolge gab das republikanische Parteibuch den Ausschlag für Powell. Dabei hatte Yellen die Ära des Nullzinses beendet und zudem den Abbau der durch billionenschwere Konjunkturprogramme aufgeblähten Bilanz eingeleitet. An ihrer Seite dabei stets Powell, der seit 2012 im Führungsgremium der mächtigsten Zentralbank sitzt.

Was wird sich nun ändern? „Sehr viel Platz für eine persönliche Note bleibt dem jeweiligen Notenbankchef kaum“, glaubt Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater. Seiner Ansicht nach wird Powell derjenige Notenbankchef sein, der die schrittweise Normalisierung der Geldpolitik nach der Finanzkrise fortsetzt. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Powell stets die Entscheidungen des Fed-Gremiums mitgetragen hat.

„Die Fed ist eine der mächtigsten Institutionen, die den Gedanken unterstützen, dass Geldpolitik mehr kann, als nur den Zahlungsverkehr für die Wirtschaft zu organisieren“, erläutert Kater. „So hat die Fed den Auftrag nicht nur für Geldwertstabilität zu sorgen, sondern auch Wachstum und Arbeitslosigkeit günstig zu beeinflussen.“

Ein Förderer der Wirtschaftsleistung
Powell, der sich seine beruflichen Sporen zunächst in einer Investmentbank und später bei der Beteiligungsgesellschaft Carlyle in New York verdiente, bevor er als Direktor zur Fed stieß, gilt als Förderer der Wirtschaftsleistung. Dieses Ziel liege im höchsten nationalen Interesse, bekräftigte er unlängst auf einer Veranstaltung in seiner Heimatstadt Washington. Mit solchen Aussagen trifft er den Nerv von US-Präsident Donald Trump, der mittelfristig ein Plus beim US-Bruttoinlandsprodukt von drei Prozent anstrebt und dazu auch eine umfassende Steuerreform ins Leben gerufen hatte.

Am 20. und 21. März kann Powell die erste Duftmarke setzen, dann steht die Fed-Zinsentscheidung an. Bei der Januar-Sitzung hatte die US-Notenbank die Leitzinsen unverändert in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent belassen, angesichts eines verbesserten Wachstumsausblicks aber angedeutet, dass eine Zinsanhebung im März als wahrscheinlich gelte.

Unter Volkswirten umstritten ist derzeit, wie viele Zinsanhebungen in diesem Jahr in den USA anstehen. Einige Experten halten sogar vier Zinsschritte für möglich, die Deka-Volkswirte rechnen mit drei Zinsanhebungen. „Die aktuelle Handelsdebatte dämpft die Konjunkturerwartungen, was auch die Fed entlastet“, begründet Kater diese Erwartungshaltung. Wichtiger für die Märkte ist aber, dass es bei einer überraschungsfreien Geldpolitik bleibt.

Dieser Artikel von Volker Tietz ist im fondsmagazin erschienen.

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