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Investmentsteuerreformgesetz

Neue Regeln für Fondssparer: Das bringt das Investmentsteuerreformgesetz
Investmentfonds sind für Privatanleger ein ideales Instrument, um sich den Chancen des Kapitalmarkts zu nähern. Sie können so schon mit kleineren Beträgen von einer breiten Risikostreuung in eine Vielzahl von Wertpapieren oder Sachwerten profitieren und das Know-how professioneller Fondsmanager nutzen. Wie bei allen Kapitalanlagen ist aber auch hier wichtig, wie der Fiskus die Erträge behandelt. Wenn am 1. Januar 2018 das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft tritt, wird sich in der Vorgehensweise einiges ändern. So besteuert der Fiskus dann bestimmte Erträge schon innerhalb des Fonds. Die gute Nachricht dabei: Unterm Strich kommt es für die meisten Fondssparer kaum zu einer Veränderung der steuerlichen Belastung. Denn als Ausgleich für die Besteuerung innerhalb des Fonds bleibt beim Anleger ein Teil der ihm zufließenden Erträge von der Abgeltungssteuer verschont.

Besteuerung direkt im Fonds
Die Reform soll der EU-weiten Harmonisierung gerecht werden und für eine Gleichbehandlung von in- und ausländischen Investmentfonds sorgen. Gleichzeitig will der Gesetzgeber damit das Besteuerungsverfahren vereinfachen. Er verfolgt mit der Reform aber nicht das Ziel, die Steuern zu erhöhen. Innerhalb der Fonds bleiben die erzielten Erträgen aus Zinsen und Veräußerungsgewinne von Wertpapieren wie bisher steuerfrei. Allerdings müssen Fonds nun auf deutsche Dividenden sowie auf inländische Mieterträge und auf Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien eine Steuer von 15 Prozent entrichten (inländische Immobilienerträge zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag).

Steuerfreistellungen für Anleger
All das schmälert zwar die Erträge im Fonds. Als Ausgleich dafür stellt der Fiskus beim Anleger jedoch bestimmte Teile der Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne aus dem Fondsverkauf steuerfrei. Je nach Fondskategorie gelten folgende Teilfreistellungen:

Aktienfonds: Besteht der Fonds zu mindestens 51 Prozent dauerhaft aus Aktien, bleiben bei Privatanlegern 30 Prozent der Erträge von der Kapitalertragsteuer befreit. Von beispielsweise 100 Euro Ertrag sind also nur 70 Euro zu versteuern.

Mischfonds: Bei Fonds mit einem dauerhaften Aktienanteil von mindestens 25 Prozent gilt für Privatanleger ein Freistellungssatz von 15 Prozent.

Immobilienfonds: Hier sind 60 Prozent steuerbefreit. Bei Fonds, die mehrheitlich in Auslandsimmobilien investieren, erhöht sich der Satz auf 80 Prozent.

Unterm Strich werden damit Fondsanleger künftig kaum mehr belastet als bisher. Dennoch lohnt sich zur Jahreswende ein Blick aufs Depot und ein Gespräch mit dem Berater der Kreissparkasse - zum Beispiel wenn es um die sinnvolle Verteilung des Freistellungsauftrags geht.

Wertzuwächse von Altbeständen
Anleger, die vor dem 1. Januar 2009 Investmentfondsanteile erworben haben, können bislang eine Sonderregelung für sich in Anspruch nehmen. Demnach bleiben alle Veräußerungsgewinne aus solchen Anlagen steuerfrei. Diesen Bestandsschutz hebt das Investmentsteuerreformgesetz nun teilweise auf:

• Ab dem neuen Jahr sind auch die Veräußerungsgewinne aus diesen Fonds zu versteuern. Dies gilt jedoch nur für die ab dem 1. Januar 2018 neu hinzukommenden Wertzuwächse.

• Alle davor aufgelaufenen Wertzuwächse sind und bleiben steuerfrei.

• Die Nachteile aus der Besteuerung der nach dem 1. Januar 2018 entstehenden Wertzuwächse werden durch einen personenbezogenen Freibetrag von 100.000 Euro auf diese Veräußerungsgewinne abgemildert.

Auch wenn der Bestandsschutz für vor dem 1. Januar 2009 erworbene Fondsanteile mit dem Reformgesetz nun zum Teil aufgehoben wird, lohnt sich ein Verkauf betroffener Fondsanteile allein aus steuerlichen Gründen nicht. Denn in diesem Fall würden Sie als Anleger den attraktiven Freibetrag von 100.000 Euro quasi verschenken.
Martin Schlosser
Martin Schlosser
Marketing / Vertriebssteuerung Privatkunden

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