„Wir sind für die Küche, was das Bayerische Reinheitsgebot fürs Bier ist“
27. April 2021
Weitgehend optimistische Wachstumsperspektiven
5. Mai 2021

Im Gespräch mit Vorstandsmitglied Armin Zimmermann

3. Mai 2021
Kreissparkasse
Unser Vorstand hat ein neues Gesicht dazu gewonnen: Armin Zimmermann trat im Oktober 2020 seine neue Aufgabe bei der Kreissparkasse an.
 
3. Mai 2021
Kreissparkasse
Unser Vorstand hat ein neues Gesicht dazu gewonnen: Armin Zimmermann trat im Oktober 2020 seine neue Aufgabe bei der Kreissparkasse an.
 
3. Mai 2021
| Kreissparkasse
Unser Vorstand hat ein neues Gesicht dazu gewonnen: Armin Zimmermann trat im Oktober 2020 seine neue Aufgabe bei der Kreissparkasse an.

Im Gespräch mit Vorstandsmitglied Armin Zimmermann


Nach dem Ausscheiden von Walter Fichtel als langjähriger Firmenkundenvorstand wurde Armin Zimmermann im April 2020 einstimmig als neues Mitglied des Vorstands bestimmt. Er verantwortet seither das Firmenkundengeschäft, das Private Banking und den Eigenhandel der Kreissparkasse.

Etwa sechs Monate nach Amtsantritt sprechen wir mit Armin Zimmermann über seine jetzige Position, seine Vergangenheit und seine Pläne.


Herr Zimmermann, sind Sie nach sechs Monaten schon ein wenig heimisch geworden in Ihrem neuen Tätigkeitsumfeld und Geschäftsgebiet der Kreissparkasse?

Das war wirklich nicht schwer. Unsere Region ist ja ein Fleckchen Erde, das wunderschön und sehr gepflegt ist. Zudem bin ich selber ursprünglich auch aus Süddeutschland, genauer gesagt aus dem Dreiländereck zur Schweiz und zu Frankreich, da brauchte es keine lange Gewöhnungszeit. Meine Frau und ich fühlen uns hier sehr wohl.


Sie waren zuletzt über sechs Jahre Vorstandsmitglied der Sparkasse Vest Recklinghausen. Was ist aus Ihrer Sicht das Reizvolle an der Position eines Vorstands?

Es war immer mein Wunsch, zu gestalten und zu entscheiden. Dieses Ziel hat mich mein gesamtes Geschäftsleben geprägt und ich habe es konsequent verfolgt. Ich möchte einen Beitrag für unsere Region leisten, für mich war daher immer schon klar, dass ich diese Verantwortung innerhalb einer Sparkasse übernehmen möchte.


Was war Ihr Ressort und Aufgabengebiet in der vorhergehenden Sparkasse?

Bei der Sparkasse Vest Recklinghausen habe ich in etwa das Gleiche gemacht wie nun in der Kreissparkasse. Zusätzlich war ich dort verantwortlich für den Bereich der Sanierungskunden und das Einkaufsmanagement des Hauses.

Ansonsten sind diese beiden Sparkassen aber kaum miteinander zu vergleichen. Die Geschäftsgebiete könnten unterschiedlicher kaum sein. Das Ruhrgebiet kämpft, bedingt durch den Strukturwandel nach dem Niedergang des Kohlebergbaus und der Montanindustrie, mit hohen Arbeitslosenzahlen und auch der Mittelstand ist eher wenig vertreten.


Was war dann konkret Ihr Antrieb für die Bewerbung in unserer Kreissparkasse?

Als Vorstand, der für das Firmenkundensegment und die Private-Banking-Kunden zuständig ist, hat mich das Geschäftsgebiet unseres Hauses mit dem großen Anteil mittelständischer Unternehmen von Beginn an begeistert. Das bietet sehr viel Potenzial und ist allein daher spannend.
Aber offen gesagt, war der allererste Impuls für meine Bewerbung hier im Haus ein ganz anderer: und zwar Sympathie!

Aus meiner Sicht ist ein gutes Miteinander auch im Vorstand wichtig.

Ein Vorstandsgremium muss bei Weitem nicht immer einer Meinung sein. Ganz im Gegenteil: Unterschiedlichkeit bedeutet Diversifikation. Damit ist gewährleistet, dass man mehrere Möglichkeiten abklopft und ein breites Spektrum zur Entscheidung hat, um erfolgreich den Zukunftsweg zu beschreiten.

Aber es ist wichtig, dass man eben diese Unterschiede auch schätzt. Die Telefonate, die ich bereits im Vorfeld zu meiner Bewerbung geführt habe, haben mir durchweg dieses Gefühl vermittelt.

Und ein letzter Grund: Die Stellenausschreibung bot mir die Möglichkeit, in eine traumhafte Region zu ziehen, in der auch Teile meiner Familie leben. Ich bin stolz und froh, nun in dieser wunderbaren Region leben und arbeiten zu können.


Corona sorgte in den letzten Wochen für verordnete physische Distanz. Hat Ihnen diese Situation den Einstieg in unser Haus erschwert? Mit den Umständen durch die Pandemie müssen wir alle umgehen und sie sind für keinen leicht zu ertragen.

Ich kann nur sagen: Ich bedaure es zutiefst, dass ich bisher kaum Gelegenheit hatte, die Kolleginnen und Kollegen des Hauses kennenzulernen. Das Gleiche gilt für unsere Kundinnen und Kunden, von denen ich leider bisher nur sehr wenige persönlich getroffen habe. Ich betrachte mich als Akquisiteur und lege auch daher viel Wert auf diesen Kontakt.


Sie haben im Laufe Ihrer Karriere in das Geschäftsleben einer Großbank geblickt, waren im Ausland und haben im Consult-Geschäft Erfahrungen gesammelt. Was hat Sie besonders geprägt und wovon profitieren Sie bis heute?

Aufgewachsen bin ich im elterlichen Weinbau- und Restaurantbetrieb; unternehmerisches Denken und die Kundenorientierung haben mich daher schon als Kind geprägt. Meine Ausbildung habe ich bei einer Sparkasse absolviert. Danach war ich in unterschiedlichen Herausforderungen in Hamburg, der Schweiz und im Ruhrgebiet tätig. Die unterschiedlichen Regionen und Aufgaben haben mich sehr geprägt; ich bin überzeugt, dass ich einige Erfahrungen auch zum Nutzen unserer Kreissparkasse einbringen kann.


Sie haben zuvor erwähnt, Ihr Ziel war stets, für eine Regionalbank Verantwortung zu übernehmen. Ihr Herz schlägt also für regionale Finanzinstitute. Verraten Sie uns, warum?

Gerne! Dieses System mach Sinn und ist zukunftsfähig. Sehen Sie, die Sparkassen bieten die einmalige Gelegenheit im Bankenwesen, altruistisch tätig zu sein, etwas Gutes für die Region zu tun. Wo in der Welt der Banken, außer bei den Regionalbanken, ist das sonst möglich?

Durch die Symbiose mit der Region, also unserem Geschäftsgebiet, verknüpft mit dem öffentlichen Auftrag, haben wir großes Interesse und auch Verantwortung dafür, dass es den Menschen der Region gut geht. Das umfasst auch die ansässigen Unternehmen und unsere Kommunen.

Wir sind zudem keinen Anteilseignern zur Ausschüttung verpflichtet. Vielmehr können wir einen Teil unserer Gewinne sinnvoll über Spenden unserer Region zugutekommen lassen. Auch für uns als Sparkasse ist es wichtig, Gewinne zur Stabilisierung der Kreissparkasse zu erzielen, um unser Eigenkapital zu stärken, damit wir auch in Zukunft die Region mit weiteren Krediten unterstützen können.

Der Wohlstand unserer Region ist eng mit den vielen regionalen kleineren und mittleren Unternehmen verknüpft. Diese wiederum benötigen Kredite, um sich zu entwickeln und Arbeitsplätze zu sichern. Die Kreditvergabemöglichkeit einer Bank hängt allerdings im Wesentlichen am Eigenkapital, weshalb auch eine Sparkasse Rücklagen bilden muss, um ihr Eigenkapital zu stärken.


Also ist Regionalität ein Zukunftsmodell?

Ein Thema, das alle bewegt – in der Politik wie in der Wirtschaft - ist Nachhaltigkeit.

Ich glaube, dass die Sparkassen zumindest einer der Erfinder der Nachhaltigkeit sind und wir beweisen stetig, dass wir nachhaltig sind! Wie auch Familienunternehmen denken wir in und für mehrere Generationen. Vermutlich ein Grund dafür, dass wir auch bei den gewerblichen Kunden die Marktführerschaft haben. Nachhaltigkeit ist aber auch Regionalität. Wir identifizieren uns mit unserer Region. An unserer dezentralen Wirtschaftsstruktur haben wir Sparkassen wesentlichen Anteil. Im Vergleich zu vielen Ländern profitieren unsere Regionen von der hohen geografischen Verteilung von Unternehmen.

Die dezentrale Bankenstruktur trägt dazu bei, dass sich einzelne Regionen gut entwickeln können, denn die Entscheider der regionalen Finanzinstitute sitzen ebenfalls in der Region und besitzen außerordentliche Ortskenntnis. Dank regionaler Kenntnis und persönlicher Kundenverbindung werden Risiken viel besser kalkulierbar und Kreditentscheidungen sind leichter zu treffen, was besonders für Gründer-Unternehmen, die sich weiter entwickeln wollen, von Bedeutung ist. Dies ist meines Erachtens auch Ursache dafür, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern über besonders viele sogenannte „Hidden Champions“ verfügen.
Besteht gegenseitiges Vertrauen, können zudem auch notwendige Veränderungen leichter miteinander angegangen werden.


Da Sie gerade von Veränderungen sprechen – wo sehen Sie persönlich die größten Herausforderungen der Zeit?

Für Unternehmer? Ganz klar im Geschäftsmodell. Wie schon gesagt – das Thema Nachhaltigkeit ist ein Megatrend und wird es über die nächsten Jahre bleiben.

Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell laufend auf die zukünftige Tragfähigkeit überprüfen. Die Automobilindustrie ist nur ein Beispiel von vielen, aber sehr griffig. Wo geht die Zukunft hin und wo steht mein Unternehmen? Klassische Verbrenner-Motoren allein werden keine nachhaltige Zukunftsstrategie mehr sein.

Außerdem wird der staatliche Einfluss stärker. So, wie es bei Banken und Großunternehmen schon Alltag ist, wird die Regulatorik auch für KMU (kleine und mittlere Unternehmen) deutlich zunehmen und die Nachhaltigkeitspolitik wird Geschäftsmodelle stärker beeinflussen. Darauf gilt es, sich vorzubereiten.

Darüber hinaus wird in den nächsten Jahren das Thema Nachfolge eine sehr große Rolle spielen. Das Nachfolge-Monitoring der KfW aus Dezember 2020 zeigte auf, dass in den nächsten zwei Jahren etwa 260.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine Nachfolge benötigen. Bei über der Hälfte dieser Unternehmen (KMU) ist allerdings noch unklar, ob und wann das Unternehmen an eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger übergeben werden soll.

Dabei sichert die Regelung der Nachfolge nicht nur den reinen Fortbestand des Unternehmens, sondern auch Arbeitsplätze in der Region und damit Wirtschaftskraft. So betrachtet, ist auch das Thema Nachfolge ein Nachhaltigkeitsthema.


Und welche Herausforderungen kommen auf die Kreissparkasse und Ihr Ressort zu?

Unser Zinsgeschäft gerät weiter unter Druck und die Regulatorik führt auch in Zukunft zu weiterem Handlungsbedarf. Wir werden uns weiter anpassen müssen, um weiterhin erfolgreich unsere Marktposition zu verteidigen.

Ich wünsche mir, dass wir noch näher am Kunden sind als bisher. Denn je besser wir unsere Kunden kennen und verstehen, umso besser können wir ihn beraten. Und desto proaktiver können wir vorgehen, um weitere Bedarfe beim Kunden zu wecken. Das Ziel muss es sein, Produkte und Beratung so anzubieten, dass wenig Raum für Mitbewerber bleibt.


Verraten Sie uns zum Abschluss noch, was Sie am liebsten tun, um abzuschalten und aufzutanken?

Freunde und Familie sind meiner Frau und mir sehr wichtig. Wir reisen gerne – auch mit Freunden und gehen gerne ausgiebige Wandertouren. Zuletzt haben wir gemeinsam mit acht Freunden eine Alpenüberquerung gemacht. Außerdem fahre ich gerne Ski.

Aber wenn ich ehrlich bin, freue ich mich gerade am allermeisten darauf, endlich die Biergärten in München und in der Umgebung zu erkunden, unter Menschen zu gehen, die Seen zu genießen und das fantastische Kulturangebot Münchens nutzen zu können!

Vielen Dank für das Gespräch!

Im Gespräch mit Vorstandsmitglied Armin Zimmermann


Nach dem Ausscheiden von Walter Fichtel als langjähriger Firmenkundenvorstand wurde Armin Zimmermann im April 2020 einstimmig als neues Mitglied des Vorstands bestimmt. Er verantwortet seither das Firmenkundengeschäft, das Private Banking und den Eigenhandel der Kreissparkasse.

Etwa sechs Monate nach Amtsantritt sprechen wir mit Armin Zimmermann über seine jetzige Position, seine Vergangenheit und seine Pläne.


Herr Zimmermann, sind Sie nach sechs Monaten schon ein wenig heimisch geworden in Ihrem neuen Tätigkeitsumfeld und Geschäftsgebiet der Kreissparkasse?

Das war wirklich nicht schwer. Unsere Region ist ja ein Fleckchen Erde, das wunderschön und sehr gepflegt ist. Zudem bin ich selber ursprünglich auch aus Süddeutschland, genauer gesagt aus dem Dreiländereck zur Schweiz und zu Frankreich, da brauchte es keine lange Gewöhnungszeit. Meine Frau und ich fühlen uns hier sehr wohl.


Sie waren zuletzt über sechs Jahre Vorstandsmitglied der Sparkasse Vest Recklinghausen. Was ist aus Ihrer Sicht das Reizvolle an der Position eines Vorstands?

Es war immer mein Wunsch, zu gestalten und zu entscheiden.
Dieses Ziel hat mich mein gesamtes Geschäftsleben geprägt und ich habe es konsequent verfolgt. Ich möchte einen Beitrag für unsere Region leisten, für mich war daher immer schon klar, dass ich diese Verantwortung innerhalb einer Sparkasse übernehmen möchte.


Was war Ihr Ressort und Aufgabengebiet in der vorhergehenden Sparkasse?

Bei der Sparkasse Vest Recklinghausen habe ich in etwa das Gleiche gemacht wie nun in der Kreissparkasse. Zusätzlich war ich dort verantwortlich für den Bereich der Sanierungskunden und das Einkaufsmanagement des Hauses.

Ansonsten sind diese beiden Sparkassen aber kaum miteinander zu vergleichen. Die Geschäftsgebiete könnten unterschiedlicher kaum sein. Das Ruhrgebiet kämpft, bedingt durch den Strukturwandel nach dem Niedergang des Kohlebergbaus und der Montanindustrie, mit hohen Arbeitslosenzahlen und auch der Mittelstand ist eher wenig vertreten.


Was war dann konkret Ihr Antrieb für die Bewerbung in unserer Kreissparkasse?

Als Vorstand, der für das Firmenkundensegment und die Private-Banking-Kunden zuständig ist, hat mich das Geschäftsgebiet unseres Hauses mit dem großen Anteil mittelständischer Unternehmen von Beginn an begeistert. Das bietet sehr viel Potenzial und ist allein daher spannend.
Aber offen gesagt, war der allererste Impuls für meine Bewerbung hier im Haus ein ganz anderer: und zwar Sympathie!

Aus meiner Sicht ist ein gutes Miteinander auch im Vorstand wichtig.

Ein Vorstandsgremium muss bei Weitem nicht immer einer Meinung sein. Ganz im Gegenteil: Unterschiedlichkeit bedeutet Diversifikation. Damit ist gewährleistet, dass man mehrere Möglichkeiten abklopft und ein breites Spektrum zur Entscheidung hat, um erfolgreich den Zukunftsweg zu beschreiten.

Aber es ist wichtig, dass man eben diese Unterschiede auch schätzt. Die Telefonate, die ich bereits im Vorfeld zu meiner Bewerbung geführt habe, haben mir durchweg dieses Gefühl vermittelt.

Und ein letzter Grund: Die Stellenausschreibung bot mir die Möglichkeit, in eine traumhafte Region zu ziehen, in der auch Teile meiner Familie leben. Ich bin stolz und froh, nun in dieser wunderbaren Region leben und arbeiten zu können.


Corona sorgte in den letzten Wochen für verordnete physische Distanz. Hat Ihnen diese Situation den Einstieg in unser Haus erschwert? Mit den Umständen durch die Pandemie müssen wir alle umgehen und sie sind für keinen leicht zu ertragen.

Ich kann nur sagen: Ich bedaure es zutiefst, dass ich bisher kaum Gelegenheit hatte, die Kolleginnen und Kollegen des Hauses kennenzulernen. Das Gleiche gilt für unsere Kundinnen und Kunden, von denen ich leider bisher nur sehr wenige persönlich getroffen habe. Ich betrachte mich als Akquisiteur und lege auch daher viel Wert auf diesen Kontakt.


Sie haben im Laufe Ihrer Karriere in das Geschäftsleben einer Großbank geblickt, waren im Ausland und haben im Consult-Geschäft Erfahrungen gesammelt. Was hat Sie besonders geprägt und wovon profitieren Sie bis heute?

Aufgewachsen bin ich im elterlichen Weinbau- und Restaurantbetrieb; unternehmerisches Denken und die Kundenorientierung haben mich daher schon als Kind geprägt. Meine Ausbildung habe ich bei einer Sparkasse absolviert. Danach war ich in unterschiedlichen Herausforderungen in Hamburg, der Schweiz und im Ruhrgebiet tätig. Die unterschiedlichen Regionen und Aufgaben haben mich sehr geprägt; ich bin überzeugt, dass ich einige Erfahrungen auch zum Nutzen unserer Kreissparkasse einbringen kann.


Sie haben zuvor erwähnt, Ihr Ziel war stets, für eine Regionalbank Verantwortung zu übernehmen. Ihr Herz schlägt also für regionale Finanzinstitute. Verraten Sie uns, warum?

Gerne! Dieses System mach Sinn und ist zukunftsfähig. Sehen Sie, die Sparkassen bieten die einmalige Gelegenheit im Bankenwesen, altruistisch tätig zu sein, etwas Gutes für die Region zu tun. Wo in der Welt der Banken, außer bei den Regionalbanken, ist das sonst möglich?

Durch die Symbiose mit der Region, also unserem Geschäftsgebiet, verknüpft mit dem öffentlichen Auftrag, haben wir großes Interesse und auch Verantwortung dafür, dass es den Menschen der Region gut geht. Das umfasst auch die ansässigen Unternehmen und unsere Kommunen.

Wir sind zudem keinen Anteilseignern zur Ausschüttung verpflichtet. Vielmehr können wir einen Teil unserer Gewinne sinnvoll über Spenden unserer Region zugutekommen lassen. Auch für uns als Sparkasse ist es wichtig, Gewinne zur Stabilisierung der Kreissparkasse zu erzielen, um unser Eigenkapital zu stärken, damit wir auch in Zukunft die Region mit weiteren Krediten unterstützen können.

Der Wohlstand unserer Region ist eng mit den vielen regionalen kleineren und mittleren Unternehmen verknüpft. Diese wiederum benötigen Kredite, um sich zu entwickeln und Arbeitsplätze zu sichern. Die Kreditvergabemöglichkeit einer Bank hängt allerdings im Wesentlichen am Eigenkapital, weshalb auch eine Sparkasse Rücklagen bilden muss, um ihr Eigenkapital zu stärken.


Also ist Regionalität ein Zukunftsmodell?

Ein Thema, das alle bewegt – in der Politik wie in der Wirtschaft - ist Nachhaltigkeit.

Ich glaube, dass die Sparkassen zumindest einer der Erfinder der Nachhaltigkeit sind und wir beweisen stetig, dass wir nachhaltig sind! Wie auch Familienunternehmen denken wir in und für mehrere Generationen. Vermutlich ein Grund dafür, dass wir auch bei den gewerblichen Kunden die Marktführerschaft haben. Nachhaltigkeit ist aber auch Regionalität. Wir identifizieren uns mit unserer Region. An unserer dezentralen Wirtschaftsstruktur haben wir Sparkassen wesentlichen Anteil. Im Vergleich zu vielen Ländern profitieren unsere Regionen von der hohen geografischen Verteilung von Unternehmen.

Die dezentrale Bankenstruktur trägt dazu bei, dass sich einzelne Regionen gut entwickeln können, denn die Entscheider der regionalen Finanzinstitute sitzen ebenfalls in der Region und besitzen außerordentliche Ortskenntnis. Dank regionaler Kenntnis und persönlicher Kundenverbindung werden Risiken viel besser kalkulierbar und Kreditentscheidungen sind leichter zu treffen, was besonders für Gründer-Unternehmen, die sich weiter entwickeln wollen, von Bedeutung ist. Dies ist meines Erachtens auch Ursache dafür, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern über besonders viele sogenannte „Hidden Champions“ verfügen.
Besteht gegenseitiges Vertrauen, können zudem auch notwendige Veränderungen leichter miteinander angegangen werden.


Da Sie gerade von Veränderungen sprechen – wo sehen Sie persönlich die größten Herausforderungen der Zeit?

Für Unternehmer? Ganz klar im Geschäftsmodell. Wie schon gesagt – das Thema Nachhaltigkeit ist ein Megatrend und wird es über die nächsten Jahre bleiben.

Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell laufend auf die zukünftige Tragfähigkeit überprüfen. Die Automobilindustrie ist nur ein Beispiel von vielen, aber sehr griffig. Wo geht die Zukunft hin und wo steht mein Unternehmen? Klassische Verbrenner-Motoren allein werden keine nachhaltige Zukunftsstrategie mehr sein.

Außerdem wird der staatliche Einfluss stärker. So, wie es bei Banken und Großunternehmen schon Alltag ist, wird die Regulatorik auch für KMU (kleine und mittlere Unternehmen) deutlich zunehmen und die Nachhaltigkeitspolitik wird Geschäftsmodelle stärker beeinflussen. Darauf gilt es, sich vorzubereiten.

Darüber hinaus wird in den nächsten Jahren das Thema Nachfolge eine sehr große Rolle spielen. Das Nachfolge-Monitoring der KfW aus Dezember 2020 zeigte auf, dass in den nächsten zwei Jahren etwa 260.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine Nachfolge benötigen. Bei über der Hälfte dieser Unternehmen (KMU) ist allerdings noch unklar, ob und wann das Unternehmen an eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger übergeben werden soll.

Dabei sichert die Regelung der Nachfolge nicht nur den reinen Fortbestand des Unternehmens, sondern auch Arbeitsplätze in der Region und damit Wirtschaftskraft. So betrachtet, ist auch das Thema Nachfolge ein Nachhaltigkeitsthema.


Und welche Herausforderungen kommen auf die Kreissparkasse und Ihr Ressort zu?

Unser Zinsgeschäft gerät weiter unter Druck und die Regulatorik führt auch in Zukunft zu weiterem Handlungsbedarf. Wir werden uns weiter anpassen müssen, um weiterhin erfolgreich unsere Marktposition zu verteidigen.

Ich wünsche mir, dass wir noch näher am Kunden sind als bisher. Denn je besser wir unsere Kunden kennen und verstehen, umso besser können wir ihn beraten. Und desto proaktiver können wir vorgehen, um weitere Bedarfe beim Kunden zu wecken. Das Ziel muss es sein, Produkte und Beratung so anzubieten, dass wenig Raum für Mitbewerber bleibt.


Verraten Sie uns zum Abschluss noch, was Sie am liebsten tun, um abzuschalten und aufzutanken?

Freunde und Familie sind meiner Frau und mir sehr wichtig. Wir reisen gerne – auch mit Freunden und gehen gerne ausgiebige Wandertouren. Zuletzt haben wir gemeinsam mit acht Freunden eine Alpenüberquerung gemacht. Außerdem fahre ich gerne Ski.

Aber wenn ich ehrlich bin, freue ich mich gerade am allermeisten darauf, endlich die Biergärten in München und in der Umgebung zu erkunden, unter Menschen zu gehen, die Seen zu genießen und das fantastische Kulturangebot Münchens nutzen zu können!

Vielen Dank für das Gespräch!
Torsten Koch
Torsten Koch
Stellvertretendes Vorstandsmitglied

4 Comments

  1. Torsten Koch Aloisia Wilwerth sagt:

    Freundliche Willkommensgrüße an das neue Vorstandsmitglied, Herrn Zimmermann!
    Auch ich bin neu hier in dieser Region u. habe meine Bankgeschäfte als Seniorin vertrauensvoll der KreisSpark.Filiale Grafing überlassen.
    Besonders lobenswert finde ich die Ausrichtung hin zu den Schwerpunkten “Nachhaltigkeit” ,
    Viel Glück bei der Bewältigung Ihrer neuen Herausforderungen
    wünscht Ihnen
    A.Wilwerth

  2. Torsten Koch Peter Zehetbauer sagt:

    Liebes Kreissparkasse Muenchen-Starnberg-Ebersberg Team,
    vielen Dank. Gratulation zum neuen Vorstand Armin Zimmermann.
    Mit freundlichen Gruessen und Wuenschen fuer beste Gesundheit, Erfolg und Nachhaltigkeit.
    Aus Kapstadt – Gardens, nach der 5.Jahreszeit – dem ‘natuerlichen’ Feuer,
    Peter Zehetbauer
    P.S. Der Feinbusch (Fynbos) am Kap brennt alle 10-15 Jahre ab. In 30 Jahren habe ich mich fast schon daran gewoehnt.
    Nachhaltigkeit sieht man hier in der Natur sehr deutlich. Schon nach einer Woche kommen die ersten kleinen Sproesslinge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.