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29. Mai 2020

„Ich rate unseren Kunden besonnen zu bleiben“

26. Mai 2020
Finanzen
Günter Fichtner, Leiter des Bereichs Private Banking bei der Kreissparkasse, beantwortet acht drängende Anlegerfragen.
 
26. Mai 2020
Finanzen
Günter Fichtner, Leiter des Bereichs Private Banking bei der Kreissparkasse, beantwortet acht drängende Anlegerfragen.
 
26. Mai 2020
| Finanzen
Günter Fichtner, Leiter des Bereichs Private Banking bei der Kreissparkasse, beantwortet acht drängende Anlegerfragen.

„Ich rate unseren Kunden besonnen zu bleiben“


Die Corona-Krise verunsichert die Menschen weltweit. Doch wie wirkt sich die Pandemie auf das Vermögen der Anleger aus und wie sollten sich Sparer in der aktuellen Situation verhalten? Günter Fichtner, Leiter des Bereichs Private Banking bei der Kreissparkasse, beantwortet acht drängende Anlegerfragen.


Wie wird es an den Aktienmärkten weitergehen?

Die Aktienmärkte haben bereits viel der konjunkturellen Erholung vorweggenommen, vielleicht zu viel. Auch konjunkturell kann es wieder zu Rückschlägen kommen. Daher werden die Märkte noch eine Weile lang sehr schwankungsanfällig bleiben.


Soll ich mit Geldanlegen erst einmal abwarten bis sich die Lage wieder ‚normalisiert‘?

Ob die Kurse kurzfristig weiter fallen oder sich schnell erholen, ist nur schwierig vorherzusagen. Dennoch muss nicht abgewartet werden. Denn die Risiken von schwankenden Kursen können durch regelmäßiges Wertpapiersparen in breitgestreute Aktienfonds verringert werden. Wer regelmäßig und langfristig in Wertpapiere spart, muss sich über den richtigen Einstiegszeitpunkt keine Gedanken machen. Denn Anleger setzen so nicht alles auf eine Karte, sondern investieren Monat für Monat in den Markt. Fallen die Kurse weiter, erhält der Anleger mehr Fondsanteile für seine Sparrate. Steigen die Kurse, erhält der Anleger zwar eine geringere Menge an Fondsanteilen, gleichzeitig nimmt er jedoch an den wachsenden Kursen teil. Ein Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont, also von zehn Jahren und mehr, kann mit einem Fondssparplan von unterschiedlichen Marktphasen einen Nutzen ziehen.


Wie sieht es aktuell mit dem Kauf von Aktien aus. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür?

Deutliche Kursrückgänge von Aktien sind unter langfristigen Gesichtspunkten eine gute Gelegenheit, weitere Aktien hinzuzukaufen. So können Anleger von einem späteren Anstieg der Kurse profitieren. Die Gefahr besteht jedoch darin, zu früh zu kaufen. Kunden sollten daher geplant vorgehen und Stück für Stück in Wertpapiere investieren, zum Beispiel über einen Fondssparplan.




Stichwort Zinsen: Ist nach Corona alles anders?

Die Corona-Krise verlängert die Niedrigzinszeit sogar noch, denn international haben die Notenbanken das Zinsniveau weiter nach unten gesenkt. Ein Hoffen auf die Rückkehr von Zinsen ist in diesem Jahrzehnt damit unrealistisch. Die Zentralbanken stellen viel Geld bereit, von denen ein Teil wieder am Aktienmarkt landet. Für den langfristigen Anleger ist das Sparbuch keine Alternative. An Wertpapieren führt daher auch nach der Corona-Krise kein Weg vorbei.


Was soll ich jetzt mit meinem Aktienfonds machen?

Natürlich sehen wir, dass es bei verschiedenen Anlagen zum Teil zu deutlichen Kursverlusten an den Börsen gekommen ist. Allerdings sollten diese Verluste, wie auch die Corona-Krise, zeitlich begrenzt sein. Es gilt daher jetzt besonnen zu sein. Denn wer jetzt verkauft, macht reale Verluste. Wer dagegen ruhig bleibt und besonnen agiert, hat die Chance auf Kursgewinne, wenn die Erholung eintritt.


Wie sieht es mit meinem Immobilienfonds aus?

Immobilienfonds schwanken von Natur aus deutlich weniger als beispielsweise Aktienfonds. Durch die Corona-Krise sind aber auch hier leichte Wertverluste denkbar. Dies betrifft insbesondere Fonds, in denen Einzelhandels- und Hotelimmobilien vertreten sind. Durch die Streuung über Länder und verschiedene Nutzungsarten ist das Risiko von Wertverlusten jedoch insgesamt geringer als bei einem Einzelinvestment.


Gold gilt als typische Krisenwährung. Ist das jetzt die Ära des Edelmetalls?

Immer wieder wird Gold als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten bezeichnet. Allerdings haben die letzten Wochen gezeigt: Auch der Goldpreis kann in extremen Krisenzeiten stark schwanken. Gold ist eine langfristige und wertbeständige Geldanlage, die die Inflation ausgleichen sollte und ein Sicherheitspolster darstellt. Von daher sollte Gold lediglich einen geringen Teil im Portfolio ausmachen.


Wie ist es um meine Altersvorsorge bestellt, muss ich mir Sorgen machen?

Im Moment der Krise sehen die Dinge oft betrüblich aus. Aber die Aktienanlage mit dem Motiv der Altersvorsorge ist eine sehr langfristige Anlage. Rückschläge wurden an den Aktienmärkten in der Vergangenheit stets mehr als ausgeglichen. Das dürfte auch in Zukunft so sein. Und die Weltwirtschaft wird auch nach der Corona-Krise wieder auf ihren Wachstumspfad zurückfinden. Die Märkte werden die Kursrückgänge aufholen, auch wenn dies nicht gleich innerhalb von wenigen Wochen geschieht.

Günter Fichtner

Bereichsleiter Private Banking


„Ich rate unseren Kunden besonnen zu bleiben“


Die Corona-Krise verunsichert die Menschen weltweit. Doch wie wirkt sich die Pandemie auf das Vermögen der Anleger aus und wie sollten sich Sparer in der aktuellen Situation verhalten? Günter Fichtner, Leiter des Bereichs Private Banking bei der Kreissparkasse, beantwortet acht drängende Anlegerfragen.


Wie wird es an den Aktienmärkten weitergehen?

Die Aktienmärkte haben bereits viel der konjunkturellen Erholung vorweggenommen, vielleicht zu viel. Auch konjunkturell kann es wieder zu Rückschlägen kommen. Daher werden die Märkte noch eine Weile lang sehr schwankungsanfällig bleiben.


Soll ich mit Geldanlegen erst einmal abwarten bis sich die Lage wieder ‚normalisiert‘?

Ob die Kurse kurzfristig weiter fallen oder sich schnell erholen, ist nur schwierig vorherzusagen. Dennoch muss nicht abgewartet werden. Denn die Risiken von schwankenden Kursen können durch regelmäßiges Wertpapiersparen in breitgestreute Aktienfonds verringert werden. Wer regelmäßig und langfristig in Wertpapiere spart, muss sich über den richtigen Einstiegszeitpunkt keine Gedanken machen. Denn Anleger setzen so nicht alles auf eine Karte, sondern investieren Monat für Monat in den Markt. Fallen die Kurse weiter, erhält der Anleger mehr Fondsanteile für seine Sparrate. Steigen die Kurse, erhält der Anleger zwar eine geringere Menge an Fondsanteilen, gleichzeitig nimmt er jedoch an den wachsenden Kursen teil. Ein Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont, also von zehn Jahren und mehr, kann mit einem Fondssparplan von unterschiedlichen Marktphasen einen Nutzen ziehen.


Wie sieht es aktuell mit dem Kauf von Aktien aus. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür?

Deutliche Kursrückgänge von Aktien sind unter langfristigen Gesichtspunkten eine gute Gelegenheit, weitere Aktien hinzuzukaufen. So können Anleger von einem späteren Anstieg der Kurse profitieren. Die Gefahr besteht jedoch darin, zu früh zu kaufen. Kunden sollten daher geplant vorgehen und Stück für Stück in Wertpapiere investieren, zum Beispiel über einen Fondssparplan.




Stichwort Zinsen: Ist nach Corona alles anders?

Die Corona-Krise verlängert die Niedrigzinszeit sogar noch, denn international haben die Notenbanken das Zinsniveau weiter nach unten gesenkt. Ein Hoffen auf die Rückkehr von Zinsen ist in diesem Jahrzehnt damit unrealistisch. Die Zentralbanken stellen viel Geld bereit, von denen ein Teil wieder am Aktienmarkt landet. Für den langfristigen Anleger ist das Sparbuch keine Alternative. An Wertpapieren führt daher auch nach der Corona-Krise kein Weg vorbei.


Was soll ich jetzt mit meinem Aktienfonds machen?

Natürlich sehen wir, dass es bei verschiedenen Anlagen zum Teil zu deutlichen Kursverlusten an den Börsen gekommen ist. Allerdings sollten diese Verluste, wie auch die Corona-Krise, zeitlich begrenzt sein. Es gilt daher jetzt besonnen zu sein. Denn wer jetzt verkauft, macht reale Verluste. Wer dagegen ruhig bleibt und besonnen agiert, hat die Chance auf Kursgewinne, wenn die Erholung eintritt.


Wie sieht es mit meinem Immobilienfonds aus?

Immobilienfonds schwanken von Natur aus deutlich weniger als beispielsweise Aktienfonds. Durch die Corona-Krise sind aber auch hier leichte Wertverluste denkbar. Dies betrifft insbesondere Fonds, in denen Einzelhandels- und Hotelimmobilien vertreten sind. Durch die Streuung über Länder und verschiedene Nutzungsarten ist das Risiko von Wertverlusten jedoch insgesamt geringer als bei einem Einzelinvestment.


Gold gilt als typische Krisenwährung. Ist das jetzt die Ära des Edelmetalls?

Immer wieder wird Gold als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten bezeichnet. Allerdings haben die letzten Wochen gezeigt: Auch der Goldpreis kann in extremen Krisenzeiten stark schwanken. Gold ist eine langfristige und wertbeständige Geldanlage, die die Inflation ausgleichen sollte und ein Sicherheitspolster darstellt. Von daher sollte Gold lediglich einen geringen Teil im Portfolio ausmachen.


Wie ist es um meine Altersvorsorge bestellt, muss ich mir Sorgen machen?

Im Moment der Krise sehen die Dinge oft betrüblich aus. Aber die Aktienanlage mit dem Motiv der Altersvorsorge ist eine sehr langfristige Anlage. Rückschläge wurden an den Aktienmärkten in der Vergangenheit stets mehr als ausgeglichen. Das dürfte auch in Zukunft so sein. Und die Weltwirtschaft wird auch nach der Corona-Krise wieder auf ihren Wachstumspfad zurückfinden. Die Märkte werden die Kursrückgänge aufholen, auch wenn dies nicht gleich innerhalb von wenigen Wochen geschieht.

Günter Fichtner

Bereichsleiter Private Banking


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