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Handelsstreit: Sand im Getriebe der Weltwirtschaft

Weltkarte: Ein Netz aus Handelsbeziehungen
Rubrik: Finanzen
02.10.2018
Rubrik: Finanzen
02.10.2018
Präsident Trump hat zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Exporte in die USA mit einem Gesamtvolumen von 200 Milliarden US-Dollar verhängt. Eine Erhöhung dieses Zollsatzes auf insgesamt 25 Prozent ist für Anfang 2019 geplant, wenn bis dahin keine Einigung bei den strittigen Handelsfragen erzielt wird – und die Wahrscheinlichkeit für eine solche weitere Verschärfung ist hoch.

Die Reaktion aus China blieb nicht lange aus: China kündigte bereits Gegenmaßnahmen in Form eigener Zölle auf Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar an und erwägt die Behinderung US-amerikanischer Firmen. „Die fortlaufenden Eskalationen des Handelskonflikts sind schleichendes Gift für die Weltwirtschaft“, stellt Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater klar. Schleichend deshalb, da die Auswirkungen jeder einzelnen Zollrunde für sich genommen beherrschbar blieben, denn die jetzt mit Zöllen belegten chinesischen Exporte in die USA machten nur gut 1 Prozent des Welthandelsvolumens aus.

Auch handele es sich um eine bilaterale Auseinandersetzung: „Außerhalb der Vereinigten Staaten ist das Bekenntnis zum offenen Welthandel weiterhin vorhanden. Und selbst in den beteiligten Ländern USA und China sind die unmittelbaren Folgen für die Konjunktur und Inflation noch gering“, so Kater. Allerdings seien bei einer Fortsetzung dieses Kurses irgendwann eben doch negative Konjunktur- und Wachstumsauswirkungen spürbar.

Welthandel: Container-Umschlagterminal
Derzeit werden die negativen Wachstumswirkungen der Zölle noch durch eine kräftige Grunddynamik der Weltwirtschaft übertönt. „Den Konjunkturaufschwung bringen die Zölle auch nicht zu Fall. Wenn aber die konjunkturelle Dynamik in ein paar Jahren nachlässt, wird man sich daran erinnern, dass diese Art von Handelspolitik wachstumsschädlich gewesen ist“, so Kater.

Marktauswirkungen

An den Aktienmärkten außerhalb der USA hat der Handelsstreit in diesem Jahr bereits sichtbare Spuren in Form von deutlichen Kursabschlägen hinterlassen. Nach den Vorankündigungen der US-Regierung hatten sich die Finanzmärkte allerdings bereits weitgehend auf die neue Zollrunde eingestellt, so dass die unmittelbare Reaktion auf die konkrete Umsetzung gering ausfiel.

„Allerdings ist mit der jetzigen Ankündigung der Weg frei für neue Ideen in der nächsten Runde von Handelsbeschränkungen. Es kann nicht davonausgegangen werden kann, dass die US-Regierung nach den kommenden Herbstwahlen in den USA das Thema fallenlassen wird, denn dazu ist es zu zentral auf der Agenda des Präsidenten“, erklärt Kater.

So dürfte der US-Aktienmarkt zunehmend in Mitleidenschaft gezogen werden, während die europäischen Aktienmärkte mit angezogener Handbremse fahren. „Der Handelsstreit lastet auf den Kursperspektiven und bald werden Unternehmen von Beeinträchtigungen ihrer Geschäfte berichten. Umgekehrt bedeutet dies jedoch auch ein nennenswertes Kurspotenzial, wenn es gelingen sollte, den Streit beizulegen“, so Kater.

Dieser Artikel ist im fondsmagazin erschienen.

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