Die Zukunft des autonomen Fahrens
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Ein Zeichen setzen
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„Die angekündigte Ruhepause im US-chinesischen Handelsstreit ist ein Waffenstillstand, aber kein Friedensvertrag.“

Gastbeitrag - Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka, kommentiert den „Waffenstillstand“ im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Das sind erst einmal gute Nachrichten, weil die Konjunktur nicht durch immer neue Handelsbeschränkungen zusätzlich belastet wird. Für die deutschen Autobauer und deren Zulieferer mag dies bei den anstehenden Verhandlungen mit der US-Regierung ein Zeichen sein, dass man sich auch unterhalb der Schwelle von KfZ-Zöllen einigen kann. Allerdings darf nicht vergessen werden, wie sprunghaft der US-Präsident in seiner persönlichen Verhandlungsführung in Zollfragen bisher agiert hat.

Noch gibt es ausreichend Umgehungsmöglichkeiten: So hat die Abwertung der chinesischen Währung einen Teil der Zollwirkungen für US-Importeure ausgeglichen. Internationale Konzerne passen ihre Produktionsketten an und weichen in andere Länder als Produktionsstandorte aus. Auch ist die Verunsicherung bei den Unternehmen noch nicht durchschlagend genug, um Investitionen in weltweite Aktivitäten zu unterbinden.

Kostenlos ist Protektion jedoch auch nicht. Auf Unternehmens- und Konsumentenebene sind vielerorts Auswirkungen zu spüren: Neue Produktionsketten kosten Zeit und Geld, Margen sinken, sofern Zölle nicht in höhere Preise überwälzt werden können. Und dort, wo dies möglich ist, steigen die Preise für die Verbraucher. Etwa 0,2 Prozentpunkte mehr Inflation kosten die Zollprogramme die US-Konsumenten im kommenden Jahr. Wenngleich die Konjunktur bislang wenig beeinträchtigt wurde, vermindert der Protektionismus das Kurspotenzial an den Aktienmärkten.

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