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eSports: Spielend an die Spitze

eSports ‒ Meisterschaften, Preisgelder und TV-Übertragungen
Fußball mag insgesamt die beliebteste Sportart in Europa sein - doch zum Glück macht nicht jeder den gleichen Sport. Beim Konsumieren von Sport, also beim Anschauen von Spielen oder Wettkämpfen und beim Lesen von Sportzeitungen sieht das schon wieder anders aus. Hier ist König Fußball die unerreichte Nummer eins – zumindest in Europa. Hunderte Millionen von Zuschauern verfolgen die wichtigsten Spiele. Die besten Spieler verdienen Millionenbeträge und unterschreiben daneben noch riesige Werbedeals, weil ihre Gesichter ohnehin jeder kennt. Auch die anderen beliebten Sportarten wie Tennis, Handball, Basketball oder Eishockey werden dem Fußball hierzulande nicht den Rang ablaufen.

Phänomen eSports
Doch nun formiert sich Konkurrenz einer ganz anderen Art. Das Thema eSports entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit. Die Zahl der Computerspieler weltweit überstiegt die Zahl der aktiven Jugend- und Amateurfußballer. Und nun bildet sich auch hier eine Elite, die zu Recht als Profisportler bezeichnet werden kann. Die Preisgelder der großen Turniere sind schon jetzt astronomisch. Die besten Spieler sammeln gutbezahlte Werbeverträge am laufenden Band ein.

Die Möglichkeit, dass sich hier ein Markt so milliardenschwer wie der Fußball oder sogar größer entwickelt, scheint realistisch. An so einer Entwicklung wollen viele Akteure teilhaben. So hat der FC Schalke 04 – einer der größten deutschen Fußballvereine – bereits den Schritt in die Welt der eSports gewagt. Allerdings nicht, wie man zunächst annehmen könnte, in FIFA, der beliebtesten Sportsimulation der Welt, sondern in „League of Legends“. In dem Strategiespiel tritt auf jeder der beiden Seiten ein Team aus fünf Spielern an. Ziel ist es, die gegnerische Basis zu zerstören.

Mit dem Basketball Bundesliga Team der Fraport Skyliners hat schon ein zweiter Akteur aus dem „herkömmlichen“ Sport einen Fuß in der eSports-Tür. Die Basketballer aus Frankfurt gehen es allerdings etwas konventioneller an und bleiben auf ihrem Terrain, indem sie ihr eSports- Team bei der Basketball Simulation NBA 2K17 antreten lassen. Auch hier stehen sich auf jeder Seite des digitalen Spielfeldes fünf Spieler gegenüber, die jeweils einen Charakter steuern. Das unterscheidet dieses Konzept beispielsweise von FIFA, bei dem die ganze Mannschaft auf Wettkampfebene von nur einem Spieler gesteuert wird.

Neben solchen Sportsimulationen und den Strategiespielen, wie „League of Legends“ oder auch „Dota II“, gibt es noch die Kategorie der Ego Shooter. Hier finden vor allem die „Counter Strike"-Serie oder „Halo II“ großen Anklang.

Live-Events fesseln Millionen Zuschauer
Wie wichtig das Thema für Fans auf aller Welt ist, zeigen die Zuschauerzahlen und auch die Stimmung bei den großen Veranstaltungen. Eines der größten Dota II Turniere findet in der Frankfurter Commerzbank Arena statt und zieht jedes Jahr Zehntausende Besucher an. Die Fans feiern ihre Stars lautstark und auch das Rahmenprogramm steht dem etablierter Sportgroßveranstaltungen in nichts nach. Die Übertragung der Wettkämpfe aus den großen Arenen der Welt erfolgt über eigene Kanäle wie den Onlinesender Twitch. Allein der League of Legends-Kanal hat 7,5 Millionen Follower. Die großen Veranstaltungen werden von bis zu 50 Millionen Menschen weltweit verfolgt.

Akteure aus Fernost dominieren
Europa und die USA sind wichtige Märkte für die Gamingindustrie, doch die Asiaten dominieren hier das Geschehen. China hat Amerika als größten Einzelmarkt überholt und die stärksten Teams der eSport-Szene kommen überwiegend aus Fernost. So mussten die Schalker, die mit großen Ambitionen in die höchste Spielklasse für „League of Legends“, die LCS, gestartet waren, eine Reihe herber Niederlagen einstecken und schlussendlich den Gang in die zweite Liga antreten.

Der Neuanfang nach dem Abstieg sah so aus, dass man eben nicht mit viel Geld ein neues Team zusammengekauft hat. Stattdessen wurden junge Talente gecastet und aus ihnen das neue Team geformt. Die jungen Spieler machen nun Bekanntschaft mit Sportmedizinern, Ernährungs- und Trainingsplänen. Ihr Tagesablauf unterscheidet sich also kaum von dem anderer Profisportler. Vor kurzem wurden eSports sogar als neue Disziplin zu den Asian Games 2020 zugelassen.

eSports als ernstzunehmender Sport
Dass eGaming tatsächlich eine anerkannte Form von Sport wird, scheint ohnehin nur eine Frage der Zeit. So wie auch Schach und Billard als Sportarten gelten, ist auch hier das Maß an körperlicher Bewegung nicht ausschlaggebend dafür, inwiefern eine Disziplin als Sportart betrachtet wird oder nicht. Entscheidender ist, dass eSports mit den Vorurteilen gegen Computerspiele aus der Vergangenheit aufräumen.

So werden wichtige Eigenschaften wie kognitive Fähigkeiten, Aufmerksamkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstärke, Auge-Hand-Koordination oder Fingerfertigkeit gefördert und durch professionelles Training entscheidend verbessert. Auch der physische Zustand spielt für die professionellen Zocker eine große Rolle. Ein leistungsfähiger Geist braucht einen gesunden Körper. Wer körperlich fit ist, spielt auch besser. Die Konzentrationsfähigkeit beispielsweise hängt auch vom Fitnesszustand eines Spielers ab.

eSports auf dem Lehrplan?
Diese neue Entwicklung hat nicht nur die Wirtschaft und große Sportvereine auf den Plan gerufen, sondern auch Wissenschaft und Politik. Während sich in Deutschland bislang lediglich die Forschung an verschiedenen Hochschulen, darunter die renommierte Sporthochschule in Köln, mit dem Thema eSports befasst, sind andere Länder schon einen oder zwei Schritte weiter. In Norwegen gibt es schon Schulen, die eSports als Fach unterrichten und in den Vereinigten Staaten vergeben bereits Universitäten Stipendien an talentierte Gamer. eSports sind zu einem wichtigen gesellschaftlichen Aspekt geworden. Bundeskanzlerin Merkel bezeichnete sie bei ihrer Eröffnungsrede zur Computerspielemesse Gamescom 2017 in Köln sogar als Kulturgut. Wenn Deutschland an der rasanten Entwicklung teilhaben will, muss man das Thema also ernst nehmen. eSports sind keine Disziplin der Zukunft, sie sind längst in der Gegenwart angekommen.

Kerstin Brehm
Kerstin Brehm
Social Media Managerin

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