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Engel mit Rotoren

Bei der feierlichen Übergabe an die Flugwerft v.l.n.r.: Wolfgang Heckl (Generaldirektor Deutsches Museum), Dr. Erwin Stolpe (ehem. Ärztlicher Leiter Rettungsstation Christoph 1), Walter Fichtel, Matthias Feltz (Erster Vizepräsident ADAC e.V.), Maximilian Eichner (ADAC Luftrettungszentrum München), Rolf Zeitler (Vorstand Förderverein Christoph 1 e.V.)

Neuzugang „Christoph 1“: der ADAC-Rettungshubschrauber mit der Seriennummer 1 dokumentiert die Geschichte der zivilen Luftrettung in der Flugwerft Schleißheim

Der gelbe Engel hat keine Flügel – er hat Rotoren. In der Flugwerft Schleißheim als Außenstelle des Deutschen Museums ist ein ganz besonderer Neuzugang gelandet: Die „BO105“ gilt als Meilenstein der deutschen Luftfahrtindustrie und soll künftig in Schleißheim die Geschichte der zivilen Luftrettung dokumentieren. Der Hubschrauber mit der Seriennummer 1 wurde durch den Förderverein der ADAC Luftrettungsstation „Christoph 1“ aufwendig restauriert. Am 26. Oktober 2018 erfolgte die feierliche Übergabe an das Museum im Rahmen eines Symposiums zur Luftrettung mit 200 fachkundigen Gästen.

Erster seiner Zunft

Die vier Rotorblätter auf dem Dach haben einen Durchmesser von knapp zehn Metern. Trotzdem wirkt der Neuzugang in der Ausstellungshalle neben dem riesigen Flugboot oder dem Senkrechtstarter eher zierlich. Verstecken muss sich die BO105 aber nicht zwischen den Größen der Luftfahrtgeschichte: das Modell ist der erste Helikopter aus durchgehend deutscher Entwicklung und Produktion und das erfolgreichste deutsche Fluggerät der Nachkriegszeit.

Dem Laien ins Auge fällt die leuchtende Signalfarbe. 1970 wurde der erste gelbe Rettungshubschrauber am Krankenhaus Harlaching in Dienst gestellt. Der Helikopter mit der Kennung D-HILF erhielt den Namen Christoph nach dem heiligen Christophorus, dem Schutzpatron der Autofahrer und Reisenden. Die Zahl 1 als Kennzeichen für den Standort Harlaching kam erst später dazu, nachdem mehr und mehr Luftrettungsstationen nach dem Münchner Modell im ganzen Land errichtet wurden.

Tragischer Held

Mittlerweile haben die gelben Engel fast eine Million oftmals lebensrettende Einsätze geflogen. Allein „Christoph 1“ kommt auf durchschnittlich etwa 1.500 Einsätze pro Jahr. Von Harlaching aus heben die Helfer inzwischen in dem modernen Modell H145 von Airbus Helicopters ab. Die Geschichte des ersten „Christoph 1“ endete 1975 auf tragische Weise. Die BO105 mit der Seriennummer 5 verunglückte bei einem Einsatz und wurde völlig zerstört. Die dreiköpfige Besatzung – Pilot, Arzt und Sanitäter – kam damals ums Leben.

Verborgener Schatz

Das Ausstellungsstück in der Flugwerft Schleißheim trägt die Seriennummer 1 und diente jahrelang dem Hersteller Messerschmitt-Bölkow-Blohm und der Technischen Universität München als Versuchsträger. Bereits in Vergessenheit geraten, kam dieses Fluggerät bei Umbauten in einem Hangar der Hochschule zum Vorschein und wurde dem Förderverein „Christoph 1“ überlassen. In vielen Stunden mühsamer Arbeit konnte der Hubschrauber mit Fachfirmen aufwendig restauriert und wieder originalgetreu ausgestattet werden.

Mit einer Zuwendung von 30.000,- Euro unterstützte die Stiftung der Kreissparkasse für den Landkreis München dieses Projekt. „Die Geschichte des Rettungshubschraubers Christoph 1 ist untrennbar mit der Stadt und dem Landkreis München verbunden. Er ist nicht nur ein technischer Meilenstein in der Luftfahrt, sondern vor allem die Pionier-Maschine der zivilen Luftrettung. In der Flugwerft Schleißheim findet der Rettungshubschrauber nun einen würdigen Platz“, so Walter Fichtel als Mitglied des Stiftungsvorstands. „Fortan können die Museumsbesucher aus unmittelbarer Nähe sehen, wie die heute ganz alltägliche Luftrettung vor bald 50 Jahren in unserer Region begann.“
Technische Daten
9,84 m

2300 kg

569 kg

Pilot, Notarzt, Rettungssanitäter

1 Patient

230 km/h

5000 m

575 km

zwei Wellenleistungstriebwerke Allison 250 C20

2 x 290 kW
Florian Fister
Florian Fister
Abteilungsleiter Vorstandsstab / Öffentlichkeitsarbeit

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