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Die Kunst der Tracht

Rubrik:Tipp
13.09.2018
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Bald startet das 185. Münchner Oktoberfest. Jedes Jahr reisen Gäste aus der ganzen Welt an, um das größte Volksfest der Welt zu besuchen. Dabei gehört die Tracht mittlerweile ebenso zur Wiesn wie das Festbier oder die traditionellen Fahrgeschäfte.

Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie man Dirndl, Lederhosen und die zugehörigen Accessoires denn eigentlich richtig trägt. Denn sowohl etablierte Wiesn-Besucher als auch Einheimische wissen, dass es beim Tragen der Tracht einige Regeln gibt. Wir haben uns schlau gemacht fürs perfekte Wiesn-Outfit.

Die Lederne – die klassische Tracht der Männer

Beim Tragen einer Lederhose kann man in der Regel nicht viel falsch machen, aber ein paar Dinge gibt es zu beachten. Wie der Name schon sagt, ist die Lederhose aus Leder und ja, wir meinen Leder. Eine Lederhose aus Polyester oder Plastik ist keine Lederhose und wir raten: Finger weg! Aber da fängt es dann schon an: Welches Leder ist das richtige? Gibt es hier überhaupt eine Wahl?

Ganz traditionell wird die Lederhose aus Hirschleder gefertigt. Meistens maßgeschneidert und häufig schon seit Generationen im Familienbesitz. Klar, dass sowas seinen Preis hat. Aber für die Wiesn muss es nicht unbedingt die Hirsch-Lederne sein. Richtig gut feiern zu vernünftigen Preisen lässt es sich auch in wirklich schicken Varianten aus Rindsleder.

Welche Farbe ist die richtige?

Richtig oder falsch gibt es hier eigentlich nicht. Es gibt die Lederne in hell und dunkel, mit Stickereien in verschiedenen Farben, klassisch in Grün oder Gelb, oder mit Lederverzierungen. Was man hier wählt, ist persönliche Geschmackssache. Am besten im Laden beraten lassen.

Ähnlich sieht es bei der Länge aus. Bodenlang ist eher unüblich. Klassischerweise reicht die Hose kurz über oder kurz unters Knie. Einfach prüfen, was am besten sitzt und was am besten gefällt.

Dann gibt es da natürlich noch das Trinkgeschirr – besser bekannt unter „Hosenträger“. Auch hier sind alle Varianten erlaubt: Ob mit oder ohne, ob verziert oder klassisch passend zur Lederhosen.

Wo kaufen, ohne ein Vermögen auszugeben?

Kurz vor dem Oktoberfest bietet München viele Möglichkeiten fürs Trachten-Shopping und für jeden Geldbeutel das passende Angebot. An Trachtenläden mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es eine große Auswahl. Auch ein Blick in die Secondhand-Läden kann sich lohnen. Wer gerne mehr investiert: Einige traditionelle Säckler im Umland schneidern die Lederne nach Maß. Und einige exklusive Geschäfte in der Innenstadt bieten besonders hochwertige oder außergewöhnliche Modelle an.

Was ist das richtige „Drunter“?

Beim Tragen von knielangen oder kurzen Lederhosen dürfen die langen Kniebundstrümpfe oder Loferl natürlich nicht fehlen. Die Trachtenstrümpfe haben nicht nur eine modische Funktion, sondern sind auch wärmend und lassen Männer-Waden noch muskulöser und zünftiger wirken. Beide Strümpfe sollten auf gleicher Höhe sitzen.

Sneakers bzw. Turnschuhe in Kombination zur Tracht sind eher untauglich. Wer keine Haferlschuhe besitzt, kann auf stilvolle Alternativen wie einen Bergsteiger- oder Wandersschuh zurückgreifen.

Jetzt fehlt nur noch das richtige „Obenrum“.

Beim Hemd ist der Kleidungswahl kaum Grenzen gesetzt. Beinahe jedes langärmlige Hemd, sofern es nicht das konservative Business-Hemd ist, kann zur Tracht kombiniert werden. Ideal wäre natürlich ein Trachtenhemd. Der Hemdkragen sollte hier nie ganz geschlossen werden. In Kombination eignet sich eine Trachtenweste. Hier bleibt der unterste Knopf offen. An kalten Tagen halten ein Janker oder eine schöne Strickjacke traditionell warm. Als Alternative passt eine Jacke in dunklen oder gedeckten Farben.

Das Dirndl – die Tracht der Frauen

Sogar die britische Designerin Vivienne Westwood hat erkannt: „Jede Frau ist schön in einem Dirndl.“ Und weil‘s sich auch prima darin feiern lässt, sieht man Jung und Alt auf der Wiesn in dieser schicken Tracht. Doch worauf muss die Trägerin achten?

Es gibt eine unendliche Vielfalt an Kleidern, aber ob Leinen, Stoff, Seide, verziert oder ganz schlicht – wichtig ist, dass sich die Trägerin wohlfühlt. Das Schöne ist, tolle Dirndl gibt es in München zur fünften Jahreszeit wirklich überall, ob High-End oder Secondhand.

Das Dirndl sollte mindestens knieumspielend sein, länger geht immer. Ist das Dirndl ohne Arme oder gar trägerlos, empfiehlt sich eine Bluse drunter. Ob Spitze, Rüschen oder Puffärmel: Jedes Madl hat die Wahl.

Ohne die Schürze ist ein Dirndl nicht komplett

Sie ist so lang wie der Rock, maximal zwei Fingerbreit kürzer. Die Frage aller Fragen lautet: Wie binde ich die Schürze richtig? Die Schleife verrät traditionell so einiges: Vorne rechts bedeutet vergeben oder verheiratet, also Finger weg! Vorne links heißt „schaung mar amoi, na sengma‘s scho“. Für Zugereiste: Die Trägerin ist offen für Flirts (aber bitte liebe Männer, akzeptiert’s ein Nein der Dame, auch wenn die Schürze links gebunden ist). Vorne mittig bedeutet Jungfrau und bindet die Trägerin ihre Schleife am Rücken, ist sie eine Witwe. Also Obacht beim Schürzenbinden!

Womit wird der Auftritt perfekt?

Zu einem hübschen Dirndl passen Pumps, Loafers, Ballerinas oder bei schlechtem Wetter Stiefeletten. Beim Bierzeltbesuch empfiehlt sich, auf allzu hohe Schuhe zu verzichten.

Bei der Handtaschenwahl bitte beachten: Modelle, die ein Volumen von über drei Litern bzw. Maße von 20 x 15 x 10 Zentimeter überschreiten, dürfen nicht aufs Wiesn-Gelände. Ansonsten sind Umhängetaschen und schlichte Modelle wie Clutches, die farblich mit dem Dirndl abgestimmt sind, passend. Einige Dirndl haben sogar eingenähte Taschen im Rock unter der Schürze. Darin sind zumindest das Handy, ein wenig Geld und der Schlüssel praktisch und unauffällig mit an Bord.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, bis es heißt „O’zapft is!“ - und wir wünschen eine tolle sowie friedliche Wiesn 2018.
Armin Hermann
Armin Hermann
Abteilungsleiter Werbung/Veranstaltungen

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1 Kommentar auf "Die Kunst der Tracht"

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Gabriele Fentsch
Gast
Gabriele Fentsch

Immer wieder ist es ein Genuss ein Dirndl im
Bayerischen originallen Dirndl anzuschauen.

Natürlich zusammen mit dem jungen Burschen in seiner zünftigen Bayerischen Tracht.
Beide zusammen eine Pracht!

Auch das macht unser Bayern so schön und
liebenswert.