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Der Mann hinter dem Glas – Ein Interview mit unserem Pförtner Walter Reichlmair

Herr Reichlmair - für viele ein bekanntes Gesicht in der Kreissparkasse

Herr Reichlmair - für viele ein bekanntes Gesicht in der Kreissparkasse

Für viele ist er das Gesicht der Kreissparkasse, wenn sie morgens zur Arbeit in die Hauptstelle am Sendlinger Tor kommen: Zeit für ein Interview mit Walter Reichlmair von unserer Sicherheitszentrale.

Herr Reichlmair, ich denke ich spreche da für viele Kollegen wenn ich sage: Für mich gehören Sie hier zu unserer Hauptstelle am Sendlinger-Tor-Platz einfach mit dazu. Seit wann sind Sie eigentlich schon bei der Kreissparkasse?

Mein erster Arbeitstag war der 20. November 2000. Also volle 17 Jahre.

Wo waren Sie denn tätig, bevor Sie zu uns kamen?

Vorher war ich bei der Hypo Vereinsbank im HVB-Tower im Arabellapark. Dort habe ich eigentlich alle Posten einmal durchlaufen – Ich war am Empfang im Hauptgebäude Ost und West, an der Tiefgarage, an der Anlieferung bei der Ladezone und am Vorstandsbereich. Später bin ich nach Unterföhring gekommen. Dort hat die Hypo vier Häuser, die sogenannte Quadriga. Ich war als Schichtleiter dafür zuständig, dass der Empfang in jedem Haus besetzt war und alles koordiniert abläuft. Als die Hypo Vereinsbank eine eigene Sicherheitsfirma über einen Subunternehmer aufgebaut hat (HVB Secur), hätten sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert, darum wollte ich nicht bleiben. Schon beim Aufnahmegespräch sollten Vereinbarungen getroffen werden die teilweise nicht im Arbeitsvertrag standen. Also habe ich nicht unterschrieben und gesagt: Ich geh. So kam ich hierher.

Hat sich, im Vergleich zu Ihrer Tätigkeit bei der Hypo, hier etwas für Sie geändert?

Ich hatte früher viele Wechselschichten, habe das aber eigentlich nie richtig gut vertragen. Tagsüber konnte ich nie richtig schlafen und war nach einer Nachtschicht trotzdem schon um 11 Uhr wach. Auf Dauer hätte ich das gesundheitlich nicht gepackt, deshalb habe ich, seit ich bei der Kreissparkasse bin, keine Wechselschichten mehr gemacht.

Wie sieht denn Ihr Arbeitsalltag hier bei uns aus?

Prinzipiell ist die Sicherheitszentrale für vier grundsätzliche Aufgabengebiete zuständig. Das ist zum einen die Alarmkommunikation, also das Weiterleiten und Koordinieren von Alarmmeldungen. Das zweite ist die generelle Überwachung der Tiefgarage und des SB-Bereichs, also die Wahrnehmung des Hausrechts. Das dritte sind Kontrollgänge im Gebäude, wo die haustechnischen Anlagen und die Gebäudesicherheit geprüft werden. Das vierte Aufgabengebiet ist der eigentliche Pfortendienst, also die Zutrittsüberwachung von Mitarbeitern und Dienstleistern am Personaleingang: In der Früh muss man die Reinigungskräfte eintragen damit die ihre Schlüssel bekommen und die Büros reinigen können. Später, so ab 7 Uhr, bringen sie ihre Karten und Schlüssel wieder zurück, das muss dann auch wieder ausgetragen werden. Das gleiche gilt für Handwerker die im Haus sind oder Techniker die zur Wartung kommen. Sie werden in einer Liste eingetragen und bekommen eine Besucherkarte. Teilweise wird zusätzlich die Haustechnik verständigt weil die Kollegen mitgehen müssen und sagen was zu tun ist. Bei der Eurokasse werden die Geldtransporter angemeldet und außerdem erfolgt hier die Schlüsselausgabe für die Kassen und die Geldautomatenbefüllung durch die Firma Ziemann.

Hatten Sie ein besonderes Erlebnis in Ihrem Arbeitsleben? War mal was spannendes oder gefährliches was Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Vor ein paar Jahren hat ein Kollege von der Nachtschicht mal einen Mitarbeiter angetroffen und sich erschreckt – der hat halt gemeint das Haus wär schon leer. *lacht*

Etwas gefährliches haben wir eigentlich nicht gehabt. Einmal war in der Schalterhalle ein betrunkener Kunde, der rumgebrüllt hat und trotz Aufforderung zu gehen nicht gehen wollte. Ein Kollege aus der Geschäftsstelle kam zu mir an die Pforte und ich meinte: „Das haben wir gleich. Wir rufen die Polizei, die regeln das schon.“ Der Kollege wollte sich aber selbst mit dem Kunden anlegen, den musste ich regelrecht bremsen. Dann habe ich gesagt: „Lassens bloss die Finger davon. Sie machen da gar nix. Das soll die Polizei machen.“ So ähnliche Fälle haben wir einige gehabt.

Leider gibt es auch ab und zu Kunden die außerhalb der Öffnungszeiten bei mir an der Pforte zum Schalter hineinwollen und mich dann beschimpfen. Das sind zum Teil wirklich unangenehme Leute. Aber sonst muss ich sagen, war im Großen und Ganzen immer alles friedlich.

Bestimmt auch Dank Ihnen: Unser Sicherheitsreferent Karsten Keller hat uns nämlich im Vorfeld verraten, dass Sie so einige Hausfriedensbrüche mit diversen Betrunkenen und sonstigen Randalierern mit Erfahrung und Geschick gelöst und die Personen elegant wieder herauskomplimentiert haben!

Gab es denn etwas Kurioses, dass Ihnen oder Ihren Kollegen passiert ist?

Einmal hab ich von einer Geschäftsstelle eine Überfallmeldung reinbekommen. Als ich dann zurückgefragt hab, was denn bei den Kollegen los ist, sagten die, das wär ein Fehlalarm gewesen. Da hat ein kleines Kind, das grad so untern Tisch hat neischauen können, einfach aus Neugier den Knopf für den stillen Alarm gedrückt. Aber solche Sachen lassen sich in der Regel schnell klären, obs jetzt ein echter oder unechter Alarm ist.

Was natürlich öfters passiert, grad in der Nacht, wenn die Leute um drei oder vier Uhr von den Lokalen heimgehen, dann stellen die sich hier bei uns irgendwo ins Eck, und dann geht das große Abknutschen los. Besonders am Wochenende ist da also recht ein Betrieb. *lacht*

Manchmal wird’s natürlich auch unangenehm, wenn welche anfangen sich zu streiten oder zu raufen. Aber dann wird halt die Polizei geholt, dann kehrt wieder Ruhe ein.

Auch Obdachlose haben bei uns schon ihr Lager aufgeschlagen und es sich gemütlich gemacht. 

Das bringt mich zu meiner nächsten Frage. Im Jahr 2000 haben sie hier in der Hauptstelle angefangen. Hat sich aus Ihrer Sicht der Sendlinger-Tor-Platz in den letzten Jahren verändert?

Eine Zeit lang war damit Ruhe, aber leider kehrt das Drogenproblem immer wieder an den Sendlinger-Tor-Platz und den Nussbaumpark zurück. Die Polizei versucht es in den Griff zu bekommen aber es gelingt leider nicht ganz. Das finde ich nicht schön und sehr schade.

Naja, und natürlich ist der Verkehr hier immer mehr geworden. Die Zustände sind teilweise wirklich chaotisch und an manchen Tagen hört man nur noch die Sirenen.

Wie groß ist eigentlich Ihr Team? Mit wie vielen Kollegen arbeiten Sie zusammen?

Wir haben ungefähr vier bis sechs Leute die hier zusammenarbeiten und auch einspringen wenn einer Urlaub hat oder krank ist. Eine Schicht dauert 12 Stunden, von 6 Uhr bis 18 Uhr und die Nachtschicht von 18 Uhr bis 6 Uhr in der Früh. Die normale Besetzung ist jemand für den Tag und jemand für die Nacht. Für jede Position gibt es jeweils zwei oder drei Vertretungen.

In letzter Zeit sind uns viele neue Gesichter hier am Sendlinger-Tor-Platz aufgefallen. Ist es derzeit besonders schwierig geeignetes Personal zu finden?

Ja, absolut. Der Markt für gute Sicherheitskräfte ist wie man so sagt: „abgegrast“. Teilweise kommen sehr unengagierte Bewerber, die einfach nur etwas verdienen wollen. Bisweilen haben wir auch das Problem, dass sie nicht richtig deutsch können. Das ist gerade bei der Kreissparkasse mit Kasse und Empfang natürlich nicht gut, gilt aber auch generell wenn man mit Mitarbeitern spricht und nicht versteht was sie wollen. Daher hatten wir letztens leider recht viel Wechsel.

Da sind wir froh, mit Ihnen fast jeden morgen ein bekanntes Gesicht zu sehen. 

Darf ich fragen, wie lange Sie uns denn erhalten bleiben?

Das kann ich jetzt leider nicht so genau sagen da ich meinen Job in Halbjahresschritten plane. Aber ich werde auf jeden Fall das nächste halbe Jahr noch sicher da sein wenn es die Gesundheit zulässt – dann überlege ich weiter.

Wir freuen uns auf jeden Fall wenn Sie noch eine Weile bei uns für Sicherheit sorgen!

Die Kollegen sind sehr freundlich zu mir und ich bemühe mich auch die Wünsche und Anfragen für die Kollegen zu erledigen. Im Großen und Ganzen komme ich gut aus und es macht mir Spaß!

 

Vielen Dank für das Interview Herr Reichlmair!      

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