Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing
8. Januar 2019

Der Defibrillator: Ein Reset-Knopf für das Herz

Auch in Grafing hängt bald ein Defibrillator. Stefan Bauer, Filialleiter der Kreissparkasse Grafing, und Simeon Rößler, ebenfalls Kreissparkasse Grafing, übergaben die Spende von 2000 Euro für einen Defibrillator an Angelika Obermayr, Bürgermeisterin der Stadt. Das Gerät wird dann zentral im SB-Bereich der Kreissparkasse in Grafing angebracht und ist somit 24 Stunden zugänglich.

Bei medizinischen Notfällen entscheiden manchmal Minuten über Leben oder Tod. So ist das auch beim Herzkammerflimmern, das zum Herzstillstand und damit innerhalb weniger Minuten zum Tod führen kann, wenn es nicht unterbrochen wird. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Dabei könnte in vielen Fällen der beherzte und schnelle Einsatz eines Defibrillators (kurz: Defi) den Betroffenen das Leben retten.

Wie ein Defi(brillator) funktioniert

Elektroschocks können der elektrisch kreisenden Welle des Kammerflimmerns (Fibrillation) quasi den Weg abschneiden. Das Herz beruhigt sich und hat die Chance wieder einen geordneten Herzschlag zu beginnen. Der Zeitfaktor, und damit der rechtzeitige Einsatz des Defis, ist entscheidend für den Erfolg der Schockbehandlung. Mit jeder Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit und bereits nach drei Minuten setzt ein Absterben der Gehirnzellen ein. Genau aus diesem Grund ist eine flächendeckende Versorgung mit Defis wichtig, damit im Notfall schnell ein Gerät parat ist. Dafür setzt sich die Kreissparkasse ein und spendete acht Geräte an Gemeinden in der Region, die bisher über keine ausreichende Versorgung verfügt haben.

Automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs)

Früher war das Benutzen von Defis Sache von medizinischem Fachpersonal. Aber bis zum Eintreffen des Notarztes kann, insbesondere in ländlichen Gebieten, viel Zeit vergehen. Zu diesem Zweck wurden die sogenannten automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) entwickelt. Diese können ohne eine vorherige Schulung auch von Laien bedient werden und hängen inzwischen an vielen öffentlichen Plätzen, wie zum Beispiel in Bahnhöfen, auf Ämtern oder auch in den Geschäftsräumen der Kreissparkasse. Aber obwohl die Bedienung der AEDs praktisch selbsterklärend ist und man kaum etwas falsch machen kann, haben Menschen im Notfall häufig eine große Hemmschwelle von ihnen Gebrauch zu machen. Hier muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Nicht zögern, sondern Leben retten!

Im Notfall sollte man zunächst die 112 wählen. Anschließend nimmt man den Defi und schaltet ihn ein: Über eine Sprachausgabe oder einen Monitor gibt das Gerät genaue Anweisungen, was zu tun ist. Die zwei Klebeelektroden müssen am Patienten angebracht werden. Das Gerät misst sodann selbständig die Herzströme und wertet aus, ob überhaupt ein Kammerflimmern vorliegt. Dementsprechend zeigt es an, ob ein Elektroschock nötig ist und gibt weitere Anweisungen. Nun gilt es zu beachten, dass niemand den Patienten berührt. Dann kann man den Elektroschock über einen Knopfdruck auslösen. Manchmal muss der Vorgang wiederholt werden.

Welt der Wunder TV hat vor einigen Jahren ein sehr gutes Video erstellt, in dem Sie sich die richtige Handhabung eines AEDs ansehen können:
Auch wenn wir natürlich niemandem wünschen in so eine Situation zu geraten, hoffen wir doch das sich im Notfall die Menschen „ein Herz fassen“ und mit ihrem Eingreifen vielleicht ein Leben retten.
Dominika Hauke
Vorstandsstab / Kommunikation

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