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Wenn die Zinsen doch nicht so bald steigen, …

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Makro-Kommentar der Volkswirte der DekaBank zur Corona-Pandemie.
 
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26. Mai 2021| Finanzen
Makro-Kommentar der Volkswirte der DekaBank zur Corona-Pandemie.

Wenn die Zinsen doch nicht so bald steigen, …

Zuallererst mag man die rückläufigen Inzidenzen, also die abebbende dritte Corona-Welle, in Verbindung mit der hohen Impfaktivität (weltweit 200 Mio. Impfung in einer Woche) nennen, um sich der freundlichen Konjunkturperspektiven zu vergewissern. Die wirtschaftliche Aktivität kann sich – zunehmend von Restriktionen befreit – positiv entwickeln. Die von uns betrachteten Lockdownmaßnahmen sind europaweit weitgehend zurückgenommen worden. Für Deutschland gab es gestern den Beleg für die aufgehellte Stimmung in den Unternehmen: Mit dem sechstgrößten Anstieg des ifo Geschäftsklimas meldete sich dieser wichtige Indikator im Mai nach dem Rückgang im Vormonat wieder stark zurück. Dieser Anstieg war insbesondere einem Feuerwerk der Geschäftserwartungen im Dienstleistungsbereich und im Handel zu verdanken.

Quasi parallel zu der Beruhigung an der Corona-Front gibt es für die Kapitalmärkte ebenfalls Beruhigungspillen, und zwar von den Notenbanken. Mit steigenden Inflationsraten waren zuletzt Befürchtungen verbunden, dass die expansive Geldpolitik rascher als gedacht zurückgenommen werden würde. Dies könnte sowohl für die Konjunktur als auch vor allem für die Kapitalmärkte zu einem spürbar belastenden Faktor werden. Dem Szenario treten die Geldpolitiker indes auch in dieser Woche eindeutig kommunikativ entgegen. Mithin gehen die Erwartungen von Finanzmarktteilnehmern zurück, dass zeitnah bei der Europäischen Zentralbank (10. Juni) und bei der amerikanischen Notenbank Fed (16. Juni) Beschlüsse zur Rückführung ihrer Anleiheankaufprogramme gefasst werden. Konkret bekräftigte der französische Zentralbank-Gouverneur Villeroy gestern, dass es über Juni hinaus ausreichend Zeit gibt, um über eine Anpassung der Pandemie-bedingten Anleihekäufe (PEPP) zu entscheiden. Entsprechende Marktreaktionen waren rückläufige Bundesanleiherenditen und geringere Zinsaufschläge für Anleihen aus den Peripherieländern der Eurozone.

Wenn man derzeit ein Haar in der Konjunktur-Suppe finden möchte, dann bei einzelnen Verspannungen im komplexen Hochfahren der Produktion und den sensiblen Lieferketten. So berichten auch bei der aktuellen ifo-Umfrage die deutschen Unternehmen von sehr guten Geschäften insbesondere mit China und den USA. Die Exporterwartungen sind zwar leicht zurückgegangen, befinden sich aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Darin spiegeln sich vermutlich auch die Engpässe beim Bezug von Vorprodukten und bei den Transportkapazitäten wider, die auch in der kurzen Frist die Produktion und damit auch die Exporte kurzzeitig etwas ausbremsen werden.

Aber: Wenn die Zinsen doch nicht so bald steigen, dann sind die Aktienmärkte grundsätzlich weiter gut unterstützt. Die durchaus gesunde Konsolidierung für den Gesamtmarkt kann sich zunächst fortsetzen, die Aktienindizes tendieren seitwärts nahe ihrer Höchststände. Vor allem Technologiewerte haben von ihren hohen Bewertungen etwas abgegeben. Die von Steuer- und Regulierungsansätzen ausgegangenen Preisrutsche bei Kryptowährungen sprangen nicht auf die Aktienmärkte über. Hier wird berechtigterweise in der Marktwahrnehmung getrennt. Passend zu dem hier beschriebenen Kapitalmarktbild eröffnet der Deutsche Aktienindex DAX heute mit einem leichten Plus den Handel.

Dr. Ulrich Kater

Chefvolkswirt der Dekabank


Wenn die Zinsen doch nicht so bald steigen, …

Zuallererst mag man die rückläufigen Inzidenzen, also die abebbende dritte Corona-Welle, in Verbindung mit der hohen Impfaktivität (weltweit 200 Mio. Impfung in einer Woche) nennen, um sich der freundlichen Konjunkturperspektiven zu vergewissern. Die wirtschaftliche Aktivität kann sich – zunehmend von Restriktionen befreit – positiv entwickeln. Die von uns betrachteten Lockdownmaßnahmen sind europaweit weitgehend zurückgenommen worden. Für Deutschland gab es gestern den Beleg für die aufgehellte Stimmung in den Unternehmen: Mit dem sechstgrößten Anstieg des ifo Geschäftsklimas meldete sich dieser wichtige Indikator im Mai nach dem Rückgang im Vormonat wieder stark zurück. Dieser Anstieg war insbesondere einem Feuerwerk der Geschäftserwartungen im Dienstleistungsbereich und im Handel zu verdanken.

Quasi parallel zu der Beruhigung an der Corona-Front gibt es für die Kapitalmärkte ebenfalls Beruhigungspillen, und zwar von den Notenbanken. Mit steigenden Inflationsraten waren zuletzt Befürchtungen verbunden, dass die expansive Geldpolitik rascher als gedacht zurückgenommen werden würde. Dies könnte sowohl für die Konjunktur als auch vor allem für die Kapitalmärkte zu einem spürbar belastenden Faktor werden. Dem Szenario treten die Geldpolitiker indes auch in dieser Woche eindeutig kommunikativ entgegen. Mithin gehen die Erwartungen von Finanzmarktteilnehmern zurück, dass zeitnah bei der Europäischen Zentralbank (10. Juni) und bei der amerikanischen Notenbank Fed (16. Juni) Beschlüsse zur Rückführung ihrer Anleiheankaufprogramme gefasst werden. Konkret bekräftigte der französische Zentralbank-Gouverneur Villeroy gestern, dass es über Juni hinaus ausreichend Zeit gibt, um über eine Anpassung der Pandemie-bedingten Anleihekäufe (PEPP) zu entscheiden. Entsprechende Marktreaktionen waren rückläufige Bundesanleiherenditen und geringere Zinsaufschläge für Anleihen aus den Peripherieländern der Eurozone.

Wenn man derzeit ein Haar in der Konjunktur-Suppe finden möchte, dann bei einzelnen Verspannungen im komplexen Hochfahren der Produktion und den sensiblen Lieferketten. So berichten auch bei der aktuellen ifo-Umfrage die deutschen Unternehmen von sehr guten Geschäften insbesondere mit China und den USA. Die Exporterwartungen sind zwar leicht zurückgegangen, befinden sich aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Darin spiegeln sich vermutlich auch die Engpässe beim Bezug von Vorprodukten und bei den Transportkapazitäten wider, die auch in der kurzen Frist die Produktion und damit auch die Exporte kurzzeitig etwas ausbremsen werden.

Aber: Wenn die Zinsen doch nicht so bald steigen, dann sind die Aktienmärkte grundsätzlich weiter gut unterstützt. Die durchaus gesunde Konsolidierung für den Gesamtmarkt kann sich zunächst fortsetzen, die Aktienindizes tendieren seitwärts nahe ihrer Höchststände. Vor allem Technologiewerte haben von ihren hohen Bewertungen etwas abgegeben. Die von Steuer- und Regulierungsansätzen ausgegangenen Preisrutsche bei Kryptowährungen sprangen nicht auf die Aktienmärkte über. Hier wird berechtigterweise in der Marktwahrnehmung getrennt. Passend zu dem hier beschriebenen Kapitalmarktbild eröffnet der Deutsche Aktienindex DAX heute mit einem leichten Plus den Handel.

Dr. Ulrich Kater

Chefvolkswirt der Dekabank


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