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Bitcoin: Euphorie oder riskante Spekulationen

Bitcoin - Euphorie oderriskante Spekulation
Rubrik: Finanzen
26.01.2018
Rubrik: Finanzen
26.01.2018
Bitcoin: Viel Wirbel um die digitale Währung
Das Internet hat unsere Welt dramatisch verändert. Globale Wirtschaftsgiganten wie Amazon, Ebay und Facebook sind entstanden und längst hat die Digitalisierung auch neue Formen des Geldes hervorgebracht. Mit der Internet-Währung Bitcoin sind die ersten Großanleger sogar schon steinreich geworden. Die Brüder Tyler und Cameron Winklevoss etwa, von ihrem ehemaligen Studienkollegen Mark Zuckerberg mit einem ansehnlichen Betrag für ihre Ideen zum Aufbau von Facebook belohnt, haben vor vier Jahren elf Millionen Dollar in die digitale Währung investiert. Laut der britischen Zeitung „The Daily Telegraph“ dürften die Zwillinge dadurch zu Milliardären geworden sein. Immerhin ist der Wert eines Bitcoins von gut 70 Dollar im Juli 2013 auf Spitzenwerte von über 18.500 Dollar in 2017 gestiegen. Kein Wunder ist es da, dass mittlerweile auch kleinere Privatanleger darüber nachdenken, wie sie in die digitale Währung investieren können. Doch eignet sich das virtuelle Geld wirklich als Anlagemedium oder ist es nur ein Vehikel für riskante Spekulationen? Wird es bald schon ein gängiges Zahlungsmittel oder ist alles nur ein großer Hype?

Von Computern geschaffen
Wer Antworten finden will, muss die besonderen Eigenschaften eines Bitcoins kennen. Das digitale Geld wird weder gedruckt noch wird dessen Menge von einer Notenbank gesteuert. Es entsteht vielmehr ohne zentrale Lenkung durch ein riesiges globales Netzwerk leistungsfähiger Computer. Deren Betreiber erhalten für die Zeit- und arbeitsintensive Lösung von komplexen algorithmischen Rätseln einen Bitcoin, der aus einem Datenpaket mit Zahlen und Buchstaben besteht. So ist sichergestellt, dass die digitale Währung erst durch hohen Aufwand entsteht und somit ein knappes Gut ist. Bitcoins kann heute jeder online erwerben – und in Deutschland zum Beispiel über die Internet-Plattform www.bitcoin.de gegen Euro eintauschen.

Rasantes Wachstum Für das sichere Versenden und Empfangen der Bitcoins sorgen kryptografische Verschlüsselungen. Deshalb wird das digitale Geld auch als Kryptowährung bezeichnet. Nachdem ein unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftretender Programmierer das Konzept im Jahr 2008 erstmals vorgestellt hat, ist die Zahl der weltweit umlaufenden Bitcoins rasant auf fast 17 Millionen gestiegen. Insgesamt sieht das System vor, dass höchstens 21 Millionen dieser digitalen Münzen in Umlauf kommen.

Euphorische Anleger, starke Kursschwankungen
Allein in 2017 ist der Kurs eines Bitcoins um zeitweise mehr als 2.000 Prozent nach oben geschossen. Der Traum vom schnellen Geld kann wegen der starken Kursschwankungen allerdings schnell zum gefährlichen Abenteuer werden. Kurz vor Weihnachten etwa ist der Wert in nur wenigen Tagen von rund 18.000 Dollar auf unter 14.000 Dollar abgesackt. Vieles deutet darauf hin, dass vor allem große Spekulanten rund um den Globus den Kurs bewegen, der von Angebot und Nachfrage abhängig ist. Wie zu Zeiten der Technologieaktien-Blase an der Börse können euphorische Erwartungen dabei auch einen regelrechten Herdentrieb auslösen. Doch bei schlechten Nachrichten drohen ebenso schnell dramatische Verluste oder wenn Besitzer großer Bitcoin-Bestände zu Verkäufern werden. Auch kriminelle Drogen- oder Waffengeschäfte, die mit digitalen Münzen finanziert werden, beeinflussen immer wieder den Markt.

Große Terminbörsen handeln jetzt Bitcoin-Futures
Der Handel mit Bitcoins wird staatlich nicht überwacht. Dennoch entstehen erste Formen der Regulierung. So können große institutionelle Anleger in den USA an der weltgrößten Terminbörse CME seit Mitte Dezember 2017 Futures auf die digitale Währung nach den dort geltenden Börsenregeln handeln. Diese Terminkontrakte basieren auf die Lieferung der digitalen Münzen zu einem für einen bestimmten Zeitpunkt festgelegten Preis. Damit können Anleger auf steigende oder fallende Bitcoin-Kurse setzen. Die Kontrakte bieten Investoren aber auch die Möglichkeit, sich gegen einen Preisverfall abzusichern. Denkbar ist, dass etwa die Deutsche Börse dem Handel in Chicago bald mit einem ähnlichen Angebot folgt. Würde es so kommen, könnten auf Basis der dort gehandelten Futures dann auch Anlagezertifikate für Privatanleger entwickelt werden.

Hochriskante Anlage
Dennoch bleiben vielen Unwägbarkeiten. So eignet sich die digitale Währung wegen der starken Kursschwankungen und der langen Übertragungswege nur sehr bedingt als Zahlungsmittel. Anderseits lässt sich der Wert eines Geldes, das dieser Funktion nicht gerecht wird, schwer bestimmen. Hinzu kommt, dass neben den Bitcoins mittlerweile andere digitale Währungen wie Ether, Bitcoin Cash, Dash und Ripple entstanden sind, die in den Fokus von Anlegern rücken. Im Falle eines Vertrauensverlusts können aber auch ihre Kurse schnell wieder sehr tief absacken.
Martin Schlosser
Martin Schlosser
Produkt- und Preismanagement

2 Kommentare

  1. Martin Schlosser Wolfgang Meyer sagt:

    Guter Artikel – vielen Dank. Es fällt aber auch auf, dass insbesondere die Institutionen vor Cryptowährunen warnen, die nicht von diesen profitieren (oder für die diese mittelfristig sogar eine Bedrohung sein können), wie institutionelle Finanzinstitute und Notenbanken. Das ist kurzsichtig. Stattdessen sollten sie Wege finden und Produkte erfinden, mit denen Ihre Kunden von den Kursbewegungen profitieren können und das Risiko beherrschbar wird. Cryptowährungen können ein Risiko sein – es kann aber auch ein Risiko sein sich ausschließlich auf konventionelle Banken in der Geldanlage zu fokusieren. Denn diese könnten unter Umständen in der Zukunft nicht mehr gebraucht werden. Zwar sind die Kurse von Cryptowährungen zuletzt stark gesunken, aber dennoch bleibt Wachstumsphantasie. Bisher ist es institutionellen Anlegern nicht erlaubt direkt in Cryptowährungen zu investieren (sondern nur über die im Artikel genannten Futures). Sollte dies eine Aufsichtsbehörde wie die amerikanische SEC in Zukunft erlauben, sind noch mal ganz andere Summen im Spiel.

    • Lieber Wolfgang Meyer, vielen Dank für das konstruktive Feedback. Der Finanzmarkt ist stets in Bewegung, wird immer wieder neue Optionen der Anlage entwickeln und daraus werden langfristig sicher immer wieder neue Produkte entstehen. Es bleibt also spannend. Viele Grüße, Ihre Kreissparkasse.

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