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100 Jahre alt – und gefragt wie nie

Rubrik: Region
07.08.2019
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Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO. Schon mal was davon gehört? Für alle, die damit nichts anfangen können, hier ein paar Infos zur Erklärung: Die Arbeiterwohlfahrt ist einer von sechs Spitzenverbänden, die sich bundesweit um soziale Aufgaben kümmern. In der AWO haben sich Frauen und Männer, ehren- und hauptamtlich Tätige, zusammengefunden, um in unserer Gesellschaft soziale Probleme zu lösen und Menschen zu helfen, unabhängig von Herkunft und Glaube.

Der Startschuss fiel vor genau 100 Jahren, am 13. Dezember 1919. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war Deutschland politisch, wirtschaftlich und sozial am Ende. Millionen Menschen standen hungernd auf der Straße, hatten ihr Dach über dem Kopf verloren oder waren auf der Flucht. Angesichts der Massenverelendung waren Selbsthilfe und Solidarität gefragt.

Von Anfang an, auf das Miteinander gesetzt

In dieser Zeit begann, auf Initiative der engagierten SPD-Politikerin Marie Juchacz, die Geschichte der AWO unter dem Leitmotiv „Hilfe zur Selbsthilfe“. 1931 waren 135 000 ehrenamtliche Helfer*innen der AWO in der Kindererholung und im Kinderschutz aktiv, in der Altenbetreuung, in der Jugendhilfe, in Notstandsküchen und Werkstätten für Behinderte und Erwerbslose sowie in Selbsthilfe-Nähstuben, wo aus alten Wehrmachtsmänteln Kleidungsstücke gefertigt wurden.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kam das Aus. Die AWO hatte 1932 die Beteiligung an der Winterhilfe verweigert, weil für sie eine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten nicht in Frage kam. Die Konsequenz: Im Mai 1933 wurden alle AWO-Geschäftsstellen und Einrichtungen geschlossen, Inventar, Heime, Grundbesitz, Konten und Handkassen beschlagnahmt und der NS-Volkswohlfahrt übereignet.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Versorgungslage wieder katastrophal, die Flüchtlingslager und Notunterkünfte waren überfüllt. In dieser Lage formierte sich die AWO neu und hilft seither, wo sie kann.

Auch heute noch sind die Anliegen ihrer Gründerin Marie Juchacz aktuell: Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend brauchen auch heute Hilfe, der Kampf für die Rechte von Frauen und Kinder geht ebenso weiter wie der für Vielfalt, Teilhabe, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität. Dafür sind Mitstreiter gefragt, die sich in der AWO engagieren und welche, die deren Arbeit finanziell unterstützen. Auch die Kreissparkasse und deren Stiftungen stehen der AWO zur Seite. Die Unterstützung erstreckt sich dabei von der klassischen Kundenberatung bis hin zur finanziellen Förderung einzelner Projekte - vielseitig wie die Arbeit der AWO selbst.

Das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ gilt bis heute – zum Beispiel auch über Jugendsozialhilfe an Schulen

Neben den allseits bekannten und sehr geschätzten Kindertageseinrichtungen und Mittagsbetreuungen engagiert sich der AWO Kreisverband München-Land e.V. auch in der Jugendsozialarbeit an Schulen . Die JaS, wie sie kurz genannt wird, unterstützt die Schüler*innen und vermittelt ihnen Kompetenzen und Strategien für Leben und Schulalltag. Kindern, die sich nicht auf Anhieb im Schulalltag zurechtfinden, stellt die AWO auch einen Schulbegleiter*in zur Seite.

Die AWO feiert 100. Geburtstag – feiern Sie doch mit

100 Jahre – ein guter Anlass, um dieses besondere Jahr mit einigen Highlights zu spicken und das Jubiläum vielseitig zu feiern. Hier ein paar Möglichkeiten dazu in unserer Region:

Ganz im Zeichen des AWO Jubiläums steht das Fest des AWO Ortsvereins Unterföhring am Samstag, 7. September rund um das Bürgerhaus in Unterföhring ab 14 Uhr. Höhepunkt ist ein Mitmach-Zirkus für Kinder und Jugendliche. Besucher sind willkommen!

Die AWO Ferienspiele bieten in Höhenkirchen-Siegertsbrunn vom 12. bis 16. August das Ferienprojekt „Die Ferien-Detektive“ an, an dem Kinder aus dem Landkreis und aus München teilnehmen können. Es wird geforscht, gerätselt, gesucht, ermittelt, versteckt, entdeckt und kombiniert. Kontakt ferienspiele@awo-kvmucl.de .

Das große AWO Fest des Ortsvereins Ismaning mit allen AWO Einrichtungen findet am Samstag, 28.September 2019, statt. Alle sind dabei und alle sind willkommen von 13 bis 17 Uhr im AWO Bürgerstift, Münchner Str. 41.
Mit ihrer annähernd 100-jährigen Geschichte gehört die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Die AWO in Bayern zählt ca. 62.000 Mitglieder und beschäftigt über 29.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus engagieren sich mehr als 13.500 Menschen ehrenamtlich in ihren verschiedenen sozialen Bereichen. In über 1.700 Einrichtungen und Diensten ist die AWO landesweit gesellschaftlich aktiv und auf allen Gebieten der Sozialen Arbeit, der Erziehung, der Bildung und des Gesundheitswesens tätig.
Patrick Heigl
Patrick Heigl
Firmenkundenberatung München

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