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Top5-Tipp-Fragen an Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann

Rubrik: Menschen
07.11.2017
Rubrik: Menschen
07.11.2017
Was lässt sich aus dem Spitzensport auf Führungskräfte in der Wirtschaft übertragen?

1.
Motivation ist der beste „Brennstoff“ für gute Leistungen, aber jeder kennt den schmalen Grat zum Leistungsdruck. Wie schaffen es Führungskräfte, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern richtig Lust auf Höchstleistung zu machen?

Gerade auf diesen Punkt haben Führungskräfte besonders großen Einfluss. Motiviert sind wir nämlich vor allen Dingen dann, wenn wir uns kompetent fühlen und das Gefühl haben, dass wir Prozesse oder Ergebnisse tatsächlich aktiv beeinflussen können. Die Art, wie Führungskräfte kommunizieren, Aufgaben delegieren und Verantwortung übertragen, ist deshalb sehr entscheidend für die Motivation und das Engagement. Wer – gegebenenfalls große – Verantwortung bekommt, benötigt gleichzeitig auch adäquate Kompetenzen und Entscheidungsspielräume. Deshalb sollten diese drei Aspekte auch gemeinsam wachsen.

2.
Wie wichtig ist körperliche Fitness auf dem Weg zu Spitzenleistungen am Arbeitsplatz?

Dieser Punkt wird im modernen Arbeitsleben tatsächlich oft unterschätzt. Während der Garten- und Landschaftsbauer oder Mitarbeiter beim Umzugsunternehmen darüber sicher nicht nachdenken muss, ist das für viele Berufe am Schreibtisch nicht ganz so offensichtlich. Aber für alle Berufsgruppen gilt: Menschen sind bio-psycho-soziale Systeme. Unsere Leistungsfähigkeit hängt also davon ab, dass unser biologisches System – der Körper –, unser psychisches System – der Kopf – und das soziale System – unser Umfeld – optimal zusammenarbeiten. Ist eines dieser Teilsysteme deutlich schlechter als der Rest, haben wir eine Schwachstelle, die sich dann auch nachteilig auf die Gesamtleistung auswirkt.

3.
Führungskräfte haben ihre Position auch deshalb erreicht, weil sie sich in ihrem Bereich ausgezeichnet, ja, durchgesetzt haben. Jetzt kommt es in der Führung auf faires Verhalten an. Was ist beim Erlernen und Ausüben dieses Verhaltens wichtig?

Ihre Frage klingt ja fast so, als ob Durchsetzungsvermögen und Fairness immer im Widerspruch stehen müssen. Gerade auf höchstem sportlichen Niveau erlebe ich aber viele Personen, die das sehr gut in Einklang bringen können. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass auch viele Führungskräfte in der Wirtschaft diese Qualität mitbringen. Unabhängig davon ist Fairness in der Führung natürlich ein wichtiger Aspekt. Gleichzeitig ist Fairness aber auch etwas sehr Subjektives, weshalb es schwierig ist, das an messbaren Kriterien festzumachen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man für Transparenz sorgt, sodass Entscheidungsprozesse für alle nachvollziehbar sind und dass man in seinem Verhalten authentisch bzw. sich selbst auch treu bleibt.

4.
Der transformationale Führungsstil macht Führungskräfte und Mitarbeiter zu einem Team mit gleichen Zielen und Visionen, in dem die Führungskraft zwar Vorbild, aber zeitgleich Unterstützer und Partner ist. Was sind die Vorteile dieser Form von Führung?

Der transformationale Ansatz geht davon aus, dass man über gemeinsame Ziele, emotionale und fachliche Begleitung und viel konstruktive Kommunikation für so viel Identifikation mit der Aufgabe und gleichzeitig Sicherheit sorgen kann, dass Menschen aus eigenem Antrieb heraus in der Lage sind, ihr volles Potenzial zu entfalten. Und das ist es doch, was erfolgreiches Arbeiten ausmacht. Ganz nebenbei kann man durch die zugehörigen Führungsprinzipien auch noch wichtige Grundlagen für ein angenehmes und gesundes Arbeitsklima schaffen.

5.
Wie motivieren sich Führungskräfte selbst, um unter Druck immer wieder gerne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Höchstleistung mitzunehmen?

Für Führungskräfte gelten die gleichen Motivationsregeln wie für Mitarbeiter. Jeder trägt letztlich Eigenverantwortung für seine Motivation. Andere können nur mehr oder weniger hilfreiche Rahmenbedingungen schaffen. Was wir daraus machen, liegt an uns. Ganz konkret bedeutet das für Führungskräfte, dass sie auch bei sich darauf achten sollten, dass die Schwierigkeit ihrer Aufgaben zu ihren Kompetenzen passt. Wenn im Laufe der Zeit ein Ungleichgewicht entsteht, sollte zügig nachgebessert werden. Das gilt im Übrigen auch im Falle von Unterforderung. Die kann genauso demotivierend sein wie Überforderung. Und Das heißt, sich immer wieder ehrlich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob man sich im richtigen Umfeld bewegt und Aufgaben hat, die einen wirklich interessieren. Wenn das nicht mehr der Fall ist, rufen vielleicht schon neue Herausforderungen.

Karin Koller
Karin Koller
Marketing / Vertriebssteuerung Firmenkunden

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